Ziegelei Lage lädt ein: Zeitreise in das Jahr 1909

Bildquelle: LWL/ Phillip Harms
Besucher haben selbst die Gelegenheit, die Ziegelherstellung per Hand auszuprobieren.

Lage. Im Jahr 1909 gründete der ehemalige Wanderziegler Gustav Beermann die Ziegelei Lage und stellte Ziegel in mühevoller Handarbeit her. Wie sah der Alltag zu Beginn des letzten Jahrhunderts aus? Wie lebte, arbeitete und spielte man? Am Sonntag (13.9.) von 11 bis 17 Uhr lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu einer besonderen Zeitreise in das Museum Ziegelei Lage ein.
Zahlreiche Stationen auf dem gesamten Museumsgelände laden zum Testen beliebter Kinderspiele aus der Zeit um 1900 ein und geben Einblick in Alltagsarbeiten, wie zum Beispiel das Wäschewaschen mit Waschbrett und Wanne. Dieses Jahr wird erstmals auch ein modernes, digitales Spiel im Angebot sein: initiiert und unterstützt vom Netzwerk European Route of Industrial Heritage e.V. (Europäische Route der Industriekultur, kurz ERIH) veranstaltet die Ziegelei eine digitale Rallye. Mittels eines QR-Codes erhalten Teilnehmende einen Fragebogen auf ihr Smartphone, suchen auf dem Museumsgelände nach Antworten und lernen dabei auf spielerische Weise Industriegeschichte kennen. Es dürfen auch Teams antreten.

Ziegel werden gebrannt

Einen Einblick in die Arbeitswelt der damaligen Zeit gewähren die Museumsmitarbeiter, indem sie den ganzen Tag die Herstellung von Handstrichziegeln demonstrieren. Ein Pferd mischt den Lehm im Göpel. Erwachsene und junge Besucher können die vorindustrielle Ziegelproduktion auch gleich selbst ausprobieren und hautnah miterleben, wie mühevoll und schweißtreibend der Weg vom Lehm zum Ziegel war, bevor Maschinen die körperlich anstrengendsten Arbeiten übernahmen. Der eigene Ziegel wird vom Museum gebrannt und kann etwa acht Wochen später abgeholt werden.
Erst nach gelungenem Brand konnten die Ziegel verbaut werden. Zum Beispiel in einer gut erhaltenen, antiken römischen Villa in der Eifel. Anne Wieland, Kuratorin der neuen Dauerausstellung, berichtet um 14 Uhr im Format „Forum Museum“ über die Entstehung der Ausstellungseinheit und zur Geschichte der Villa Otrang.
Heiß her geht es an der alten Kochmaschine, an der das Museumsteam zeigt, wie damals gekocht wurde. Regionale Spezialitäten sowie Kaffee und Kuchen bietet das Museumscafé an. Die kostenlose Sonntagsführung beginnt um 11 Uhr im Foyer. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

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