Lemgo. Ein historischer Sonntag wartete auf die HSG Blomberg-Lippe in Lemgo: In der PHOENIX CONTACT arena duellierte sich die HSG erstmals auf der Bühne der EHF Champions League und begrüßte zum Auftakt in die neue europäische Saison den rumänischen Klub Gloria Bistrița. Beim ersten Spiel der Vereinsgeschichte unterlag die HSG mit 23:28 (10:13). Vor 1.113 Fans netzten Nieke Kühen und Farrelle Njinkeu mit fünf Treffern am häufigsten ein. Bereits am Mittwoch reist die HSG in der Alsco HBF zum SV Union Halle-Neustadt.
Bildquelle: Timon Peters / HSG Blomberg-LippeStabile Defensive hält HSG im Spiel
40 Treffer gegen die TuS Metzingen in der Blomberger SynFlex Arena und ein dominanter Auftritt in der zweiten Hälfte: Trotz Startschwierigkeiten schaffte die HSG den zweiten Sieg im zweiten Spiel in der heimischen Alsco Handball Bundesliga Frauen. Mit Rückenwind und Vorfreude startete das Team von Cheftrainer Steffen Birkner in sein erstes Spiel im höchsten europäischen Vereinswettbewerb.
Gegen Gloria Bistrița, bei dem unter anderem seit diesem Sommer Nina Engel und Johanna Reichert unter Vertrag stehen, konnte der Debütant auch wieder auf Farrelle Njinkeu setzen. Nur Malin Sandberg, Eliska Desortova und Melanie Veith fehlten. Beginnen durften damit Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Judith Tietjen und Maxi Mühlner.
Nach knapp vier Minuten war der Jubel auf der HSG-Seite groß: Zunächst traf Kühne zum ersten Champions-League-Tor der HSG-Geschichte, dann gelang den Blombergerinnen der Steal und Hauf erhöhte auf 2:0. In der Defensive agierte das Team von Steffen Birkner gegen Nina Engel sowie Danila So Delgado aufmerksam und konnte sich auf starke Aktionen von Roth zwischen den Pfosten verlassen. So stand es auch nach neun Minuten erst 2:2 in der PHOENIX CONTACT arena.
Beide Teams bissen sich an der jeweiligen Abwehrreihe die Zähne aus, bis Kühne sich erneut ein Herz fasste und mit ihrem zweiten Treffer auf 3:2 für die Gastgeberinnen erhöhte. Inzwischen war für Díana Magnúsdóttir Karolina Jurenczyk in die Partie gekommen. Weiterhin machten es Mühlner und Co. den Gästen aus Rumänien schwer, die Defensive zu überwinden. Gegen Engel parierte Roth zudem den Strafwurf und die HSG schaffte es über das Tempo von Bucher, den vierten Blomberger Treffer zu erzielen. Der kleine Vorsprung hielt jedoch nur kurz, da Engel es aus dem Feld besser machte und So Delgado mit dem Gegenstoß das 4:4 erzielte.
In Überzahl gelang auch Jurenczyk ihr Treffer, ehe die Polin selbst eine Zeitstrafe kassierte. Bistrița ging mit dem Wurf ins verwaiste HSG-Tor erstmals in Führung. Doch wieder schlugen die Blombergerinnen zu: Diesmal sah die eingewechselte Elín Magnúsdóttir Mühlner am Kreis, die erneut zum Unentschieden traf.
Immer wieder stand außerdem Roth im richtigen Eck und sorgte dafür, dass das 6:6 Bestand hatte. Kühne zog die zweite Zeitstrafe gegen das rumänische Team. In Unterzahl setzte sich Engel durch die Blomberger Defensive durch und sorgte für die erneute Führung der Gäste.
Doch die HSG blieb weiter auf Augenhöhe: Hauf blieb aufmerksam und nutzte den Platz über Außen, Kühne setzte mit ihrem Rückraumwurf den Ausgleich zum 9:9. Auch auf den nächsten Treffer von Bistrița hatten die Gastgeberinnen eine Antwort. Diesmal netzte Jurenczyk ein. In den letzten Minuten vor der Pause zeigten sich die Rumäninnen jedoch abgezockter, sodass die HSG mit einem 10:13-Rückstand in die Pause ging.
Eiskalte Njinkeu, aber keine finale Aufholjagd
Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Partie eine Abwehrschlacht. Erst Njinkeu netzte vier Minuten nach Wiederanpfiff den ersten Treffer der zweiten Halbzeit. Die HSG hielt erneut dank Roth die Gäste beim 11:13, ehe Helena Paulo fast sieben Minuten nach dem letzten Bistrița-Tor erfolgreich war.
Beim zweiten direkten Duell gegen Roth nach dem Durchbruch blieb sie jedoch erfolglos. Die Blombergerinnen spielten wieder mit Bucher und Magnúsdóttir, die Kühne erneut in Szene setzten. Der Anschlusstreffer zum 13:14 sollte aber auch nach Roths Parade nicht fallen.
Den Gästen aus Bistrița unterliefen jedoch ebenfalls Fehler, sodass das Duell weiterhin eher torarm blieb. Nüsser brachte den Ball nicht zu ihrer Mitspielerin, doch den Ballgewinn konnte die HSG erneut nicht für sich nutzen, als Kühne zum zweiten Mal in Folge an Eriksson scheiterte. Bistrița drückte aufs Tempo und erspielte sich wieder eine Führung mit drei Toren. Fujita hatte sogar im Gegenstoß die Chance auf den ersten Vier-Tore-Rückstand der HSG, doch Roth feierte die nächste Parade.
Díana Magnúsdóttir zeigte sich erfolgreich und verkürzte den Blomberger Rückstand erneut. Die Isländerin wechselte sich zweimal direkt mit So Delgado ab, die beide Male einnetzte.
Über Njinkeu gelang wieder das Heranrobben auf zwei Treffer, doch diesmal tanzte sich Engel durch die HSG-Defensive. Nach Birkners Auszeit sicherte Kühne den Siebenmeter. Nachdem Bucher zweimal an Eriksson scheiterte, trat diesmal Njinkeu an – und die blieb, wie bei ihren Treffern aus dem Feld, fehlerfrei.
Mit dem Steal und der erneuten Ballsicherung der Rechtsaußen gelang der Anschluss. Diesmal blieb Mühlner eiskalt, doch prompt konterte der Gegner und distanzierte die Debütantinnen wieder auf zwei Treffer. Kurz vor der Crunch-Time nahm die Partie erneut an Emotionen auf, auch weil Nüsser gegen Roth vergab. So Delgado riss das Spiel weiter an sich, sodass Blomberg mit dem 17:20 in die letzten zehn Minuten ging. Das Spiel wurde noch einmal schneller, doch die HSG belohnte sich für ihre kämpferische Leistung am Ende nicht. Mit dem 23:28 endete das erste EHF-Champions-League-Spiel des Debütanten. Den letzten Blomberger Treffer setzte Lilli Röpcke.
Stimmen zum Spiel
Carlos Viver:
„Ich möchte Blomberg nicht nur zum Ergebnis gratulieren, sondern auch zu ihrer Teilnahme an diesem Wettbewerb und zu dem Kampfgeist, den sie über die gesamte Partie gezeigt haben. Die EHF Champions League wird dieser Mannschaft guttun. Wir sind stolz darauf, gegen eine so starke Mannschaft zwei Punkte mit nach Hause nehmen zu können. Unsere Defensive war stark – wir haben nur 23 Gegentore kassiert.“
Danila So Delgado:
„Es war ein sehr hartes Spiel, und am Ende haben die Details den Unterschied gemacht, vor allem in der Abwehr. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“
Steffen Birkner:
„Wir haben unser Herz auf dem Feld gelassen und an unserer Philosophie und Mentalität festgehalten. Zehn Minuten lang hatten wir Probleme mit den starken Eins-gegen-eins-Bewegungen unseres Gegners, aber daraus werden wir lernen. Wir werden weiter an unserer Effektivität arbeiten und uns auf das nächste Spiel vorbereiten.“
Elín Magnúsdóttir:
„Es war von Beginn an ein hartes Spiel. Wir haben den Kampf gut angenommen und großen Einsatz gezeigt. Wir alle sind aus einem bestimmten Grund in diesem Wettbewerb. Wir freuen uns auf die nächsten Spiele und wollen dort noch mehr kämpfen.“
Aufstellung:
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (4), Kühne (5), Mühlner (3), Bucher (1), Tietjen, Röcpke (1), Hauf (2), E. Magnúsdóttir, Njinkeu (5), Jurenczyk (2)
Gloria Bistrita: Hosu, Eriksson; Burlachenko, Engel (5), Paulo (5), Nüsser (2), So Delgado (7), Stan, Gutiérrez (1), González, Fujita (2), Reichert (1), Seraficeanu, Ostase (4), Kafka Malá (1), Lupei




