Zum ersten Mal trat die HSG in der EHF Champions League in der Fremde an, doch der Gegner war bereits ein Bekannter: Gegen das Team aus Nykøbing unterlag die HSG mit 31:25 (15:14). Beste Werferin beim letzten Spiel vor der kommenden Nationalmannschaftspause war Nuria Bucher mit sieben Treffern.
Bildquelle: Timon PetersTempohandball und Kopf-an-Kopf-Rennen
Nach zwei Heimspielen auf europäischer Bühne duellierten sich die Blombergerinnen am Sonntagmittag erstmals auswärts. In der Spar Bank Boxen startete Steffen Birkner mit Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Nykøbing begann derweil unter anderem mit Clara Lerby. Die Schwedin wurde am ersten Spieltag der neuen EHF-Champions-League-Saison als beste Spielerin ausgezeichnet.
Mit hohem Tempo in den Pässen begannen beide Teams. Kurz nach dem ersten Treffer für die Gastgeberinnen setzte sich Kühne zum 1:1 durch. Högdahl netzte gleich doppelt ein, nachdem sich Bucher zwar am Kreis durchsetzte, der Pfiff zum Siebenmeter aber ausblieb. Magnúsdóttir kämpfte sich durch die dänische Defensive und erzielte den Anschluss zum 3:2. Im Gegenzug sicherte Hauf gegen Svele das Stürmerfoul. Magnúsdóttir zog erneut den langen Weg und glich wieder aus.
Mit inzwischen sieben Treffern durch den Siebenmeter von Lerby in nur sechs Minuten legten beide Offensivreihen vor. Der HSG gelang in der Abwehr nach dem technischen Fehler direkt der Steal, doch den Gegenstoßpass bekam Rüffieux, die in der Defensive mit Bucher tauschte, nicht zu greifen. Nykøbing erhöhte über Außen auf 5:3. Hauf vergab zunächst gegen Bossen, bekam aber den Kontakt von Magnussen, die die Gelbe Karte sah. Bucher verwandelte den gegebenen Strafwurf sicher und die HSG war wieder auf einen Treffer dran.
Es ging weiter schnell hin und her: Zwei Kühne-Treffer brachten die HSG auf Unentschieden heran, auch weil Roth gegen Magnussen ihre Parade feierte. In der Defensive kam nun Jurenczyk, doch weiter fehlte die letzte Kompaktheit, sodass Lerby zum Siebenmeter antrat und Nykøbing wieder in Führung brachte. Doch wieder setzte sich Magnúsdóttir über die rechte Seite durch und wieder erzielte die Isländerin den Ausgleich.
Es blieb weiter ein Duell auf Augenhöhe, denn auch den nächsten Treffer durch Högdahl egalisierte Kühne. Vorne vergab die Rückraumspielerin der HSG, doch wieder war Roth zur Stelle und verhinderte, dass Nykøbing auf 11:9 erhöhte. Nach der Parade zog Birkner seine Auszeit, blieb seiner Anfangsaufstellung aber treu.
Bucher sah Njinkeu am Kreis, die den Siebenmeter herausholte. Bucher netzte im Duell gegen Bossen zum 10:10 ein, doch immer wieder gelang den Gastgeberinnen aus Dänemark das direkte Tor zur Führung. Die HSG blieb aber dran, erzielte durch Mühlner das 11:11 und kurz darauf gelang Kühne der Steal. Doch im Gegenstoß war Bossen im Tor zur Stelle und verhinderte die erste Blomberger Führung. Roth war nun entscheidend zur Stelle und über Njinkeu gingen die Blombergerinnen beim 12:11 erstmals in Front. Doch wieder fand Nykøbing seine Lücken und konnte sich diesmal im Duell von Bossen gegen Njinkeu auf die Torhüterin verlassen. Magnussen netzte wieder zur Führung für die Däninnen ein, ehe Mühlner erneut den Ausgleich in der ersten Überzahl des Spiels erzielen konnte.
Svele vergab gegen Roth, sodass Kühne in der ersten Welle auf Hauf legte, die den Heber über Bossen aber nur in das obere Tornetz setzte. Es entwickelte sich schon in der ersten Halbzeit ein richtiger Krimi. Bucher setzte zum Unterarmwurf an und netzte zum 14:14 ein. In der letzten Sekunde kassierte die HSG dann das 15:14.
Vergebene Chancen verhindern Aufholjagd
Ganz anders als noch in der ersten Halbzeit ging die zweite Hälfte nicht so treffsicher los: Kühne und Kristiansen vergaben beide jeweils zweimal. Erst nach fast vier Minuten kassierte die HSG das Gegentor und musste selbst bis zu Röpckes Treffer zum 16:15 auf das eigene Tor warten. Zuvor kassierte Hauf die Zeitstrafe im Duell gegen Magnussen.
Nykøbing wirkte in den ersten knapp zehn Minuten wacher als die HSG, setzte sich durch Lerby und Svele auf 19:16 ab, und Roth verhinderte den Rückstand von vier Toren. Birkner zog nach Roths Parade die Auszeit. Röpcke und auch Elín Magnúsdóttir blieben genauso wie Judith Tietjen auf dem Feld.
Die Isländerin brachte den Ball auf Mühlner, die bereits zum dritten Mal im Duell einnetzte und den Rückstand auf zwei Treffer verringerte. Kühne reagierte prompt mit dem eigenen Treffer auf das Gegentor durch Svele und es blieb bei dem knappen Duell im ersten Auswärtsspiel der HSG, die in dieser Phase des Spiels keinen Zugriff auf Svele bekam.
Kühne netzte zum 19:22, doch kassierte im Zweikampf gegen Hinnerfeldt die Zeitstrafe. Magnussen legte den Heber nur über das Tor von Roth, während Jurenczyk in Unterzahl traf. Die HSG robbte sich auf zwei Treffer heran, ehe Lerby erneut gegen Roth traf und Nykøbing wieder auf 24:20 erhöhte.
13 Minuten blieben den Blombergerinnen für die Aufholjagd, doch der Rückstand wuchs durch Lerbys achten Treffer auf fünf Tore an. Nach Birkners dritter Auszeit wechselte Lara Lepschi mit Roth im Tor und Isabelle Axmann auf Rückraumrechts.
Bucher traf aus dem Rückraum, doch Nykøbing lief erneut den direkten Konter. Röpcke scheiterte am Pfosten, blieb im anschließenden Gegenstoß nach Lepschis Parade dann aber sicher und erzielte das 26:22.
Trotz des Rückstands blieben die Blombergerinnen an den Gastgeberinnen dran. Röpcke und Bucher verkürzten erneut, doch der Rückstand blieb bei drei Treffern. Fünf Minuten vor Abpfiff verlor Nykøbing auch durch eine starke Abwehrarbeit der HSG den Ball, doch die Blombergerinnen nutzten die Chance, noch einmal auf zwei Treffer zu verkürzen, nicht.
Erst nach dem Gegentreffer von Magnussen erzielte Mühlner das 26:29 für die HSG. Damit unterlagen die Blombergerinnen auch im dritten Champions-League-Spiel am Ende mit 26:31.
Stimmen zum Spiel:
Maxi Mühlner:
„In der Abwehr hatten wir zu Anfang Problem, machen es aber dann zum Ende der ersten Halbzeit besser. Es war am Ende wie schon in den vergangenen Spielen, dass nicht viel fehlt und wir daran weiter arbeiten müssen.“
Aufstellungen:
Nykobing Falster Handball: Jörgensen, Bossen; Högdahl (8), Jörgensen, Mortensen, Svele (6), Andersen, Magnussen (5), Hovgaard-Hansen, Andersen (3), Rydén, Lerby (9), Kristiansen
HSG Blomberg-Lippe: Roth, Lepschi; Rüffieux, D: Magnúsdóttir (3), Kühne (6), Mühlner (5), Axmann, Bucher (7), Tietjen, Röpcke (3), Hauf, E. Magnúsdóttir, Njinkeu (1), Jurenczyk (1)




