Blomberg. Nach vier Wochen kehrte die HSG in der Alsco Handball Bundesliga Frauen in die heimische SynFlex Arena an der Ulmenallee zurück. Vor 924 Fans setzten sich die Blombergerinnen mit 32:21 (17:11) durch. Beste Torschützin auf Blomberger Seite war Nieke Kühne mit sechs Treffern.
Bildquelle: RedaktionTempospiel als Waffe
Über vier Wochen mussten sich die Blomberger Fans gedulden, bis es in der Alsco HBF wieder mit einem Heimspiel in der eigenen Spielstätte weiterging. Mit unveränderter Kadersituation startete Steffen Birkner in der SynFlex Arena mit Lara Lepschi, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Auf Leipziger Seite stand mit Alina Gaubatz ein bekanntes Gesicht aus der ehemaligen HSG-Jugend im Kader. HCL-Cheftrainer Erik Töpfer setzte zu Beginn auf die U20-Spielerinnen Jana Walther und Marlene Tucholke.
Dass die Aufsteigerinnen nicht zu unterschätzen waren, zeigten die Gäste aus Leipzig in den ersten Minuten: Tucholke und Walther trafen zur Leipziger Führung, die die HSG erst dank einer nun besser stehenden Abwehr und einer Parade von Lepschi drehen konnte. Hauf erzielte per Gegenstoß den Anschlusstreffer, ehe Kühne mit zwei eigenen Treffern das 5:4 für die Gastgeberinnen herstellte. Auch nach zehn Minuten blieb die Partie offen. Hauf setzte den Ball nur ans Aluminium, während Walther nach einem verwandelten Siebenmeter erstmals aus dem Feld an Lepschi vorbeikam. Die HSG-Torhüterin parierte im Gegenzug sicher gegen Glimm. Anschließend brachten Kühne und Magnúsdóttir die Gastgeberinnen wieder in Führung.
Mit viel Geschwindigkeit ging Njinkeu in den Gegenstoß, setzte sich an Glimm vorbei, wurde dann aber am Wurfarm getroffen. Leipzig kassierte die erste Zeitstrafe der Partie, doch die Blombergerinnen konnten die Überzahl nicht nutzen. Magnúsdóttir scheiterte am Pfosten, ehe Lepschi gegen Glimm parierte. Anschließend traf Njinkeu zum 8:6 für die HSG. Das Timeout des HCL brachte die HSG nicht aus dem Tritt: Mit einem Doppelschlag bauten die Blombergerinnen ihre Führung auf 10:6 aus. Zwar unterliefen der HSG im weiteren Spielverlauf einige Fehler, doch immer wieder unterbanden die Blombergerinnen das Tempospiel der Leipzigerinnen, die ihre Chancen nicht konsequent nutzten.
Bucher holte nach Kühnes Durchbruch einen Siebenmeter heraus, scheiterte bei dessen Ausführung jedoch an Orowicz. Njinkeu blieb auch in der Defensive hellwach, eroberte den Ball und bestrafte das Sieben-gegen-Sechs-Spiel des HCL mit einem Treffer ins leere Tor. So bauten die Blombergerinnen ihren Vorsprung Stück für Stück aus. Nach gewonnenen Zweikämpfen und Treffern der inzwischen für Bucher eingewechselten Elín Magnúsdóttir setzten sie sich auf 14:9 ab. Besonders das Blomberger Tempospiel über Hauf bekamen die Gäste nicht in den Griff. Auf Tucholkes Treffer folgte Haufs erfolgreicher Gegenstoß.
Birkner rotierte weiter und brachte Karolina Jurenczyk für Kühne. Auch das brachte keinen Bruch ins Blomberger Spiel. Magnúsdóttir erhöhte erstmals auf sechs Tore Vorsprung. Dazu parierte Lepschi gegen Tucholke, sodass Jurenczyk zum Abschluss kam, den Ball aber neben das Tor setzte. Mit einer 17:11-Führung für die HSG ging es in die Kabinen.
Starke Abwehr führt zum Heimsieg
Steffen Birkner wechselte auch in der zweiten Halbzeit weiter durch: Lilli Röpcke, Nicole Roth und Isabelle Axmann kamen aufs Feld. Der Vorsprung aus der ersten Halbzeit geriet dadurch nicht in Gefahr. Dank konsequenter Abschlüsse und einer starken Nicole Roth zwischen den Pfosten bauten die Blombergerinnen ihre Führung weiter aus. In den ersten neun Minuten der zweiten Hälfte kassierten sie lediglich einen Gegentreffer.
Kühnes Treffer zum 22:12 brachte die HSG erstmals mit zehn Toren in Führung. Bei den Gästen häuften sich nun die Abspielfehler im Angriff. Erst Niemann gelang der zweite Leipziger Treffer der zweiten Halbzeit, wodurch der Vorsprung auf neun Tore schrumpfte.
Auch der HSG unterlief in dieser Phase ein technischer Fehler. Zudem kassierte Mühlner eine Zeitstrafe. In Unterzahl eroberte Njinkeu einmal mehr den Ball, doch Axmann scheiterte nach einem sehenswerten Pass von Kühne an Orowicz. Weitere Abspielfehler und Ungenauigkeiten des HCL halfen den Blombergerinnen, die Unterzahl ohne weiteren Gegentreffer zu überstehen.
Jurenczyk kam wie schon in der ersten Halbzeit für Kühne ins Spiel. Zudem rückte Judith Tietjen für Njinkeu auf das Feld. Beide Teams agierten in dieser Phase nicht konsequent genug, sodass Birkner nach dem 22:14 und fünf Minuten ohne eigenen Treffer eine Auszeit nahm. Für Axmann kam Díana Magnúsdóttir zurück ins Spiel. Jurenczyk fand Röpcke, die mit ihrem zweiten Treffer die torlose Blomberger Phase beendete und den Vorsprung wieder auf neun Tore erhöhte.
Die Abwehr arbeitete weiterhin stark und ließ den Gästen nur wenige Möglichkeiten. Magnúsdóttir holte einen Siebenmeter heraus, den Mühlner sicher verwandelte. Nur kurze Zeit später erzwang die Isländerin eine Zeitstrafe gegen Greschner. In Überzahl fanden die Blombergerinnen allerdings zunächst keinen Weg zum Tor. Im zweiten Anlauf traf Bucher frei vor dem Tor zum 25:15, nachdem Roth zuvor gegen Gaubatz pariert hatte. Bis zum Ende standen die Blombergerinnen defensiv kompakt. Zudem freuten sie sich über vier Treffer in Folge von Jurenczyk, die mit dem 32:21 auch den Schlusspunkt setzte.
Da Borussia Dortmund im parallel ausgetragenen Spiel gegen den VfL Oldenburg unterlag, stehen die Blombergerinnen wieder an der Tabellenspitze.
Stimmen zum Spiel
Steffen Birkner: „Wir haben uns nach vier Wochen Abstinenz wieder gefreut, in unserer Halle zu spielen. In einigen Konstellationen machen wir unsere Dinge schon sehr gut, andere brauchen noch etwas Zeit. Insgesamt haben wir dem Spiel heute unseren Stempel aufgedrückt und konnten unsere Pflichtaufgabe lösen.“
Farrelle Njinkeu: „Leipzig kam heute hierhin und hat als Aufsteiger stark gekämpft. An den technischen Fehlern müssen wir arbeiten. Gerade auch mit Blick auf das Wochenende.“
Aufstellungen
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (5), Kühne (6), Mühlner (2), Axmann, Bucher (2), Tietjen (1), Röpcke (2), Hauf (4), E. Magnúsdóttir (1), Njinkeu (5), Jurenczyk (4)
HC Leipzig: Fleischer, Orowicz; Uhlmann (1), Walther (2), Lang (3), Klocke, Eckart (1), Greschner (2), Glimm (1), Tucholke (6), Tauchmann (1), Meyer (3), Niemann (1)

