Bildquelle: Joschua KnüppeDetmold. Ein toter Wal, jede Menge Fäulnisgase und plötzlich ein gewaltiger Knall? Was nach einem ziemlich makabren Naturspektakel klingt, beschäftigt die Wissenschaft tatsächlich seit Jahrzehnten. Können verendete Wale unter Wasser explodieren? Und könnte das erklären, warum die Skelette urzeitlicher Meerestiere manchmal aussehen, als hätte sie jemand auseinandergerissen? Am Donnerstag, 12. November, um 19 Uhr geht der Paläontologe Dr. Achim G. Reisdorf vom Ruhr Museum Essen im Lippischen Landesmuseum diesen ungewöhnlichen Fragen auf den Grund. Sein Vortrag „Rechtsmedizin & Paläontologie: Eine Allianz für vergangenes Leben“ verspricht eine faszinierende Spurensuche zwischen Meeresboden, Fossilien und forensischer Wissenschaft. Denn was nach dem Tod eines Tieres geschieht, ist für die Paläontologie von entscheidender Bedeutung. Sinkt ein Kadaver auf den Meeresgrund? Treibt er zunächst an der Oberfläche? Wie zerfällt der Körper, und unter welchen Bedingungen bleiben seine Knochen über Millionen Jahre erhalten? Um Antworten zu finden, werden Fossilien zu stummen Zeugen einer längst vergangenen Welt. Ihre Lage im Gestein, Spuren des Zerfalls und die Beschaffenheit der Ablagerungen liefern wichtige Hinweise. Gemeinsam mit Erkenntnissen aus Rechtsmedizin, Veterinärmedizin und Meeresbiologie entsteht daraus eine wissenschaftliche Detektivarbeit, die selbst vermeintlich eindeutige Erklärungen auf den Prüfstand stellt. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung wird empfohlen: 05231 9925 0 oder shop@lippisches-landesmuseum.de


