Besuche in Altenheimen wieder möglich

Düsseldorf (dpa/lnw). Seit heute müssen die Betriebe in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie ihre Mitarbeiter zweimal in der Woche auf das Coronavirus testen lassen. Das schreibt eine Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Von der Vorgabe des Landesgesundheits- und -Arbeitsministeriums, die ab dem 1. Juli gilt, sind Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten betroffen.

Gleichzeitig gibt es seit Mittwoch zudem eine Lockerung für Besuche in Altenheimen: Angehörige dürfen ihre Liebsten unter Auflagen wieder in die Arme schließen.

Bei den neuen Regeln für die Fleischindustrie spielt es derweil keine Rolle, ob das Unternehmen nur eigene Arbeiter unter Vertrag hat oder Werksarbeiter. Zusätzlich gilt für die Betriebe die Pflicht, die Namen sowie die Wohn und Aufenthaltsdressen aller Mitarbeiter zu führen, die auf dem Gelände unterwegs sind. Die Listen müssen vier Wochen aufbewahrt werden und den Behörden zur Verfügung gestellt werden.

«Die Vorfälle in Coesfeld und Gütersloh zeigen: Offenbar kann sich das Virus unter den Bedingungen eines Schlachthofs beziehungsweise eines fleischverarbeitenden Betriebes besonders gut verbreiten», hatte Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei der Vorstellung der Verfügung Ende Juni gesagt. «Darum wollen wir den Infektionsschutz noch einmal deutlich stärken. Das frühzeitige Erkennen von Infektionen ist ein zentraler Schlüssel dazu.»

Mit der Lockerung der Corona-Regeln für Besuche in Altenheimen sind seit Mittwoch körperliche Berührungen bei bestimmten Vorsichtsmaßnahmen wieder möglich. In den Häusern sieht man das allerdings die Lockerung mit gemischten Gefühlen: Damit steige das Infektionsrisiko für die Bewohner und Beschäftigte.

Schon in der letzten Zeit habe es Umarmungen ohne Mundschutz gegeben. Immer wieder hätten Mitarbeiter darauf hinweisen müssen, dass das so nicht geht. Zwingend notwendig sind laut Corona-Regeln für Besucher und Bewohner ein Mund-Nasen-Schutz und eine gründliche Handdesinfektion. Die Sehnsucht nach Berührung sei aber sehr groß, sagte Frese: In der Vergangenheit hätten sich demente Bewohner in ihrer Not schon gegenseitig umarmt.

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