Lena, Terrakotta, 2020

Sonderausstellung im Lippischen Landesmuseum bis Januar – Detmold. Isolde Frepoli ist eine Künstlerin, die sich der Porträtskulptur verschrieben hat. Ihr jahrzehntelanges Schaffen hat vor allem zahlreiche Büsten und Ganzfiguren hervorgebracht. Dabei modelliert sie realistische Bildnisse von Menschen ganz unterschiedlicher Personenkreise und gesellschaftlicher sowie ethnischer Herkünfte. Geeint werden die Bilderwerke durch die stets identische, nahezu ausdrucklose Mine – mit einem Blick vorbei am Betrachter.
Das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern ist nie voraussetzungslos und immer geprägt von den Umgebungen der Kindheit, der Jugendzeit und auch späterer Lebensphasen. Isolde Frepoli ist in Italien geboren und aufgewachsen. Umgeben von herausragenden Bildwerken der klassischen griechisch-römischen Antike, des Mittelalters, der Renaissance und nachfolgernder Epochen, dürfte sie zahlreiche prägende Impulse erhalten haben. Dies scheint nicht nur bei der Wahl formal realistischer Porträts als Sujet auf. Die Vollfiguren greifen das eher statische Standmotiv archaischer griechischer und mithin vorderasiatischer und ägyptischer Statuen auf.
Der dynamische Kontrapost klassischer Werke wird eher gemieden. Nicht von ungefähr haben diese Verbindungen zu einer Ausstellung der Künstlerin im Ägyptischen Museum München mit Gegenüberstellungen ägyptischer Skulpturen vor kurzem angeregt.
„Die faszinierenden Skulpturen von Isolde Frepoli stellen eine Verbindung zwischen Alter Kunst und unserer Gegenwart her und passen daher im Rahmen der Sonderausstellung hervorragend in den reichen Kanon der Sammlungen des Lippischen Landesmuseums“, freut sich Museumsleiter Dr. Michael Zelle auf die kommende Ausstellung. Es ist nach „Köpfe“, im Jahre 2000, die zweite Sonderausstellung mit ihren Skulpturen im Lippischen Landesmuseum Detmold.