Ausstellung "#mehralsdagegen"

Protest als Satire: Der Abiturumzug der “Ersten Schülergewerkschaft der Welt” in Hattingen, 1966.
Foto: Hellmut Lemmer

Schülerproteste der 68er-Zeit – Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo –

Lemgo. Welche Rolle spielten Schüler in der “1968er-Bewegung”? Dieser Frage geht die Ausstellung “#mehralsdagegen. Schüler(protest)bewegungen 1968ff.” nach. Die Ausstellung die vor kurzem eröffnet wurde und bis zum 16. September im Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo zu sehen ist, nimmt die Veränderungen der Schul- und Jugendkultur und deren politische Anliegen seit Mitte der 1960er Jahre in den Blick.
Sie waren dagegen und manchmal auch mehr als dagegen: die Schülerinnen am Ende der 1960er-Jahre, die auf die ein oder andere Weise etwas verändern wollten, an ihrer Schule, in ihren Elternhäusern, in ihrem Alltag. “Die Schülerbewegung war weitaus mehr als ein Abklatsch der Studentenbewegung”, erläutert Christiane Cantauw von der Volkskundlichen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die sich mit Studierenden der Kulturanthropologie während eines zweisemestrigen Praxisprojektes mit Schülerprotestbewegungen in Westfalen beschäftigt hat.
Die Ausstellung “#mehralsdagegen. Schüler(protest)bewegung 1968ff.” zeigt anhand von Beispielen aus Coesfeld, Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis), Herford, Dülmen, Lemgo (Kreis Lippe) und Siegen die Aus- und Aufbrüche der Jugendlichen, und sie thematisiert die gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit. “Die Schau ist sehr unterhaltsam. Wir zeigen Filme, Fernsehaufnahmen sowie viele Fotos und Originaldokumente und vor allem sehr viel von dem zeittypischen Flair”, freut sich Museumsleiter Scheffler.
Dass es durchaus gelingen kann, Heranwachsende von heute mit dem Widerspruchsgeist und der Aufbruchstimmung der 68er-Jahre zu konfrontieren, hat die Kooperation mit der Karla-Raveh-Gesamtschule in Lemgo gezeigt: Gemeinsam mit Schülerinnen der Gesamtschule entstanden künstlerische Projekte, die im Begleitprogramm der Ausstellung gezeigt werden und deutlich machen, dass es hier nicht nur um eine nostalgische Rückschau geht