Fürstin Pauline – Europäische Akteurin und Landesmutter

Fürstin Pauline zur Lippe. In der Ausstellung wird Pauline in ihren Rollen als Prinzessin, Ehefrau und Fürstin, Landesmutter und Regentin dargestellt.

Führung durch die Ausstellung im Lippischen Landesmuseum –

Detmold. Fürstin Pauline zur Lippe beeindruckt bis heute durch ihr soziales Engagement und machte sich vor allem durch diverse Reformen, die u. a. die Einrichtung einer ersten „Kinderbewahranstalt“ in Deutschland und Pflegeanstalten für Bedürftige beinhalteten, einen Namen. Kein Wunder also, dass Pauline eine der populärsten Vertreterinnen des Hauses zur Lippe ist.
Aber auch außenpolitisch bewegte sie sich, in einer von Umbrüchen geprägten und in einer fast ausschließlich von Männern dominierten Zeit auf der ganz großen Bühne: Am Morgen des 25. Oktobers 1807 betrat sie, die Regentin eines nordwestdeutschen Kleinstaates, das Parkett der europäischen Politik. Fürstin Pauline zur Lippe trat im Schloss Fontainebleau Kaiser Napoléon I. gegenüber, dem damals mächtigsten Mann in Europa. Drei Wochen später kam es zum Wiedersehen: Im Zwiegespräch mit dem Kaiser gelang es Pauline, die Souveränität ihres Fürstentums abzusichern – eine Voraussetzung für die Entwicklung einer bis heute die Region prägenden lippischen Identität.
Diese Geschichte um Paulines Reise nach Paris, ihr Aufenthalt am Kaiserhof und ihre Bekanntschaft mit Joséphine sind nun erstmals ausführlich dargestellt und opulent in Szene gesetzt. Joséphine de Beauharnais war als Ehefrau Napoléons Kaiserin der Franzosen. Dass Pauline die Selbstständigkeit Lippes 1807 durch den Beitritt zum Rheinbund rettete, ist weithin bekannt. Weniger bekannt ist, dass in diesem Prozess Joséphine für Pauline eine Schlüsselfunktion einnahm. Sie setzte sich für Paulines Anliegen ein, die beiden Frauen achteten sich, Pauline verehrte Joséphine regelrecht aufgrund ihrer Eleganz und Liebenswürdigkeit. Ihr hatte sie es letztlich zu verdanken, im engsten Kreis der Kaiserfamilie zu verkehren.
Die Führung beginnt am Sonntag, dem 15. August, um 15 Uhr, die Teilnahme kostet drei Euro zuzüglich Eintritts. Bei der Veranstaltung gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen. Anmeldung: Tel. 05231-99250 oder shop@lippisches-landesmuseum.de. Eine Online-Buchung ist auf der Homepage des Landesmuseums jederzeit möglich.

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