Fürstin Pauline zur Lippe hält Einzug im Landesmuseum

Fürstin Pauline zur Lippe, 1801, Johann Christoph Rincklake (1764 -1813) Porträtmaler der Romantik.

Regentin einen festen Platz –

Detmold. Anlässlich des 200. Todesjahres von Fürstin Pauline widmet das Lippische Landesmuseum in Detmold der bedeutenden Regentin einen festen Platz in der Sammlung. Innenpolitisch machte Pauline sich durch diverse Sozialreformen, die u. a. die Einrichtung einer ersten „Kinderverwahranstalt“ in Deutschland und Pflegeanstalten für Bedürftige beinhalteten, einen Namen. Außenpolitisch bewegte sie sich in einer von Umbrüchen geprägten europäischen Geschichtsepoche auf der ganz großen Bühne. Fürstin Pauline zur Lippe trat im Schloss Fontainebleau Kaiser Napoléon I. gegenüber, dem damals mächtigsten Mann in Europa. Im Zwiegespräch mit dem Kaiser gelang es Pauline, die Souveränität ihres Fürstentums abzusichern.
Dass diese, zeitlich gesehen, recht kurze Episode in Paulines Regentschaft in der Ausstellung einen prominenten Platz einnimmt, ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass viele andere Themen in Bezug auf Pauline bereits ausführlich dargestellt wurden. Ausschlaggebend war aber vor allem, dass sich glücklicherweise ein Kleid der Fürstin, welches sie am Hofe Kaiser Napoléons getragen hat, bis heute erhalten hat. Verwahrt in einem Kleiderschrank im Fürstlichen Residenzschloss lagerte die Robe etwa 200 Jahre lang in einem Kleiderkarton. Das Kleid ist in einem außergewöhnlich guten Zustand, Material und Ausführung erfüllten die höchsten Ansprüche.
Darüber hinaus wird Pauline in ihren Rollen als Prinzessin, Ehefrau und Fürstin, Landesmutter und Regentin dargestellt.
Die Ausstellung ist ab dem 31. Oktober im Lippischen Landesmuseum, mitten in Detmold, zu sehen. Wer glaubt Pauline zu kennen, wird überrascht sein, denn in dieser Ausstellung sieht man die Regentin aus völlig neuen Perspektiven.