Schiffe versenken

Das Loreley Theater Gütersloh.

Theater Gütersloh zeigt erneut Uraufführung bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen –

Am 01. Juni 2018 soll mit „Loreley (Sinking Ships)“ von Fink Kleidheu das abschließende Kapitel einer Trilogie, „gewidmet den unsteten Sinnsuchenden unserer Zeit“, bei den Ruhrfestspielen zur Uraufführung kommen. Weitere Aufführungen sind am 2. und 3. Juni auf dem alten Zechengelände Halle König Ludwig ½ geplant, bevor das Stück im Herbst auch in Gütersloh zu sehen sein wird. Die Produktion wird erneut unterstützt vom Förderverein Theater in Gütersloh e. V.
Diesmal mit im Boot: Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt, der die Liedtexte für den Soundtrack von Svavar Knútur geschrieben hat. Der isländische Musiker gehört, neben Christine Diensberg, Lucie Mackert und Fabian Baumgarten, erneut zur Besetzung. Musikalisch soll dieses Singspiel eine augenzwinkernde Zeitreise durch die Epochen der deutschen Musikgeschichte werden, während Kleidheu und Rammstedt sich an deutscher Untergangs-Romantik und krisengeschüttelter Neuzeit, privatem und globalem Schicksal abarbeiten. Das „Märchen aus uralten Zeiten“ wird fortgeschrieben und die sagenhafte Geschichte um die Nixe, die den Rheinschiffern den Kopf verdreht, in die wenig sagenhafte Gegenwart transferiert. Regie führt der Künstlerische Leiter Christian Schäfer, das Bühnenbild hat Jörg Zysik entworfen, für die Kostüme ist Anna Barthold-Torpai zuständig.
„Loreley (Sinking Ships)“ erzählt das Leben der Lily Herrgott aus dem oberen Rheingraben als turbulenten Trip, als Irrfahrt und atemloses Abenteuer. Das beginnt, wie so manches Mal bei behüteten Mädchen aus Baden-Württemberg, mit dem Ausbruch aus der Familie, mit Liebestaumel und Revolte. Die geht dann aber gleich ganz furchtbar schief, ein virtueller Hackerangriff führt zu einer sehr realen Katastrophe. Und Lily flieht, immer den mächtigen Fluss entlang, über alle Grenzen von Zeit und Raum. Die Musik bindet alles zusammen, Typen, Orte, Geschichten, zwischen denen die Protagonistin herumtaumelt wie im Rausch. Der Rhythmus der Ballade trägt den Zuschauer mit sich und all die Figuren und Schicksale, die auftauchen und vorbeiziehen, sind wie Treibholz auf einem großen, unbeirrbaren Strom.