„Von Machos und Malweibern“

Ida Gerhardi, Tanzbild XIV, 1905, Öl auf Leinwand, 38,5 x 52,5 cm, Privatbesitz.

Vortrag in der Städtischen Galerie in Schwalenberg – 13. Mai 15 bis 16 Uhr –

Am Internationalen Museumstag (13. Mai 2018) gibt es um 15.00 Uhr einen spannenden und unterhaltsamen Vortrag „Von Machos und Malweibern“ in der Ausstellung „ Starke Frauen in der Kunst“ in der Städtischen Galerie in Schwalenberg.
Der Vortrag von Frau Dr. Negendanck aus Nürnberg zeigt die Möglichkeiten von Männern und Frauen auf, Malerei zu studieren. Die ersteren konnten eine intensive Ausbildung an einer staatlichen Akademie in Berlin, Düsseldorf oder München erfolgreich beenden, wäh-rend den Frauen dieser Weg vor dem 1. Weltkrieg meistens nicht offenstand. Die vornehm-lich im 18. Jahrhundert entstehenden Kunstakademien wurden fast ausnahmslos von Män-nern besucht. Die Betätigung der Frauen in den schönen Künsten wurde im adligen oder bürgerlichen häuslichen Kreise meist gerne gesehen, jedoch als Beruf für Frauen als nicht standesgemäß erachtet. Die Situation änderte sich mit der aufkommenden Industrialisie-rung. Immer mehr Frauen kämpften für ihre Unabhängigkeit, die nur durch eine Berufsaus-bildung möglich werden konnte. Als Sängerinnen auf Opernbühnen wurden Frauen von höchsten Kreisen verehrt und waren gesellschaftlich anerkannt. Dagegen schafften es nur wenige Frauen sich zur selbstständigen Malerin zu entwickeln.
Der Vortrag berichtet in manchmal heiterer, aber auch ernster Weise von den Schwierigkei-ten, die sich vor den aufstrebenden Malerinnen aufbauten. Er weist aber auch auf die wich-tige Rolle hin, die Künstlerkolonien bei der Selbstbestimmung der Frauen spielten. Am Bei-spiel der in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen wie Ida Gerhardi, Jelka Rosen und Nelly Cunow werden im Vortrag Perspektiven aufgezeigt, die Malerinnen hatten, um sich künstlerisch erfolgreich zu betätigen oder wo die gesellschaftlichen Konventionen ihnen Grenzen setzten.
Dr. Ruth Negendanck ist als Wissenschaftlerin am Germanischen Nationalmuseum tätig und als Sachbuchautorin auf diesem Gebiet ausgewiesen. Sie veröffentlichte mehrere Bücher über wichtige Künstlerkolonien und Künstlerlandschaften.
Der Eintritt am Internationalen Museumstag und der Vortrag sind kostenlos.
Interessierte sind herzlich eingeladen.