Paderborn: Mehlschwalben haben ab sofort ein neues Heim

Mit viel Fingerspitzengefühl und einem Kran wurde das Haus für die Mehlschwalben, das Platz für 42 Nester bietet, in luftiger Höhe von fünf Metern auf dem Gelände des Alanbrooke Quartiers montiert.

Paderborn. Das erste neue Haus auf dem Alanbrooke Quartier steht- allerdings handelt es sich nicht um ein Haus für Menschen, sondern für Mehlschwalben. Es dient dem Artenschutz der Mehlschwalbe und ist das erste seiner Art in Paderborn und näherer Umgebung.
Auf einem rund fünf Meter hohen Stahlmast ist das sechseckige, zweistöckige Schwalbenhaus befestigt worden. Das Schwalbenhaus misst im Durchmesser rund zweieinhalb Meter und bietet Platz für bis zu 42 Mehlschwalbennester. Um den Mehlschwalben die Ansiedlung zu erleichtern, sind bereits 28 künstliche Nisthilfen angebracht worden – ausreichend Platz für natürliche Nester ist somit weiterhin gegeben.
Die Stadt Paderborn hat sich für ein zentrales, großes Schwalbenhaus auf dem Alanbrooke Quartier entschieden, um den ansässigen Mehlschwalbenkolonien ausreichend Brutplätze zu bieten. Durch die Neugestaltung des Quartiers sind mehrere Gebäude abgerissen worden, an denen sich Mehlschwalbennester befunden haben. Um diese Verluste auszugleichen und gleichzeitig die Mehlschwalbenpopulation zu fördern, hat sich die Stadt Paderborn für ein großes Schwalbenhaus mit mehreren Nisthilfen entschieden.
Die Mehlschwalbe ist ein sogenannter Kulturfolger und hat sich an die Lebensbedingungen in Dorf und Stadt angepasst. Sie baut ihre typischen kugelförmigen Lehmnester an Gebäuden, ernährt sich von Insekten und lebt in einer Kolonie. Zudem ist die Mehlschwalbe nicht nur orts-, sondern sogar brutplatztreu und kommt jährlich zu ihrem erbauten Nest zurück. Doch die Mehlschwalbe ist bedroht: es gibt immer weniger Platz für geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot nimmt stetig weiter ab. Gründe hierfür sind beispielsweise Sanierungsarbeiten an Gebäuden, das bewusste Beseitigen von Nestern oder auch der Artenrückgang. Die Mehlschwalben sind eine nach Bundesnaturschutzgesetz geschützte Art, deren Vorkommen es zu fördern und die Nester zu erhalten gilt. Eine Beseitigung von Nestern ist somit strafbar oder es müssen Ersatznisthilfen angebracht werden.
Diese Ersatznisthilfen existieren nun in Form des großen Schwalbenhauses, welches auf die Rückkehr der Mehlschwalben im April wartet. Im nächsten Frühjahr können somit bereits die ersten Bewohner im neuen Alanbrooke Quartier einziehen. Die Entwicklungen im Schwalbenhaus werden auf der neuen Internetseite „Paderborner Natur“ dokumentiert und können dort von Interessierten verfolgt werden (www.paderborn.de/natur). Informationen zur Entwicklung des Alanbrooke Quartiers gibt es auf der Internetseite alanbrooke.

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