Wirtschaftsdialog in Lemgo – Wirtschaft und Verwaltung treffen aufeinander

Bildquelle: IHK Lippe
IHK-Vizepräsident Stephan Westerdick, Tobias Vietz (Wirtschafsförderer der Stadt Lemgo), Frank Limpke (1. Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Lemgo), Lemgos Bürgermeister Markus Baier, Teil der Brasseler Geschäftsführung Markus Trachternach, Björn Hartmann (Leiter Human Resources, Brasseler), IHK-Hauptgeschäftsführerin Svenja Jochens und Moderator Hinrich Schwarze (IHK Lippe) (v.l.n.r.) beim Kommunalen Wirtschaftsgespräch in Lemgo.

Lemgo. Zu Gast beim Lemgoer Traditionsunternehmen Gebr. Brasseler, kam beim jüngsten Kommunalen Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold die heimische Wirtschaft mit Vertretern der Stadt Lemgo zusammen. Bürgermeister Markus Baier, der 1. Beigeordnete und Kämmerer Frank Limpke sowie Wirtschaftsförderer Tobias Vietz diskutierten gemeinsam mit Björn Hartmann und Markus Trachternach (beide Gebr. Brasseler) sowie IHK-Vizepräsident Stephan Westerdick über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten am Standort Lemgo

Planfeststellungsverfahren für die Nordumgehung soll Ende 2027 abgeschlossen sein

Im Bereich Infrastruktur wurde deutlich, dass die Stadt beim ÖPNV ein gutes Angebot sieht, ohne einen größeren Ausbau versprechen zu können. Das kostenlose Schülerticket bleibt für drei weitere Jahre bestehen, für Randzeiten und Randlagen arbeite man an einem Bürgerbus-Konzept. Beim Zugverkehr wünschen sich Wirtschaft und Stadt gleichermaßen einen verlässlichen 30-Minuten-Takt Richtung Bielefeld. Das Planfeststellungsverfahren für die Lemgoer Nordumgehung – seit rund 40 Jahren Thema – soll Ende 2027 abgeschlossen sein. Aus der Unternehmerschaft kam zudem deutliche Kritik an der für Lkw ab 7,5 Tonnen gesperrten Bega-Brücke in Lieme, die sich schon seit Jahren in schlechtem Zustand befindet; die Stadt hat das Thema im Austausch mit Straßen.NRW hoch priorisiert. Beim Thema Energie bekräftigte die Lemgoer Verwaltungsspitze ihr Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, gestützt auf innovative und zugleich wirtschaftliche Projekte der Stadtwerke Lemgo wie Großwärmetauschern, Wärmespeicher, Biomassekraftwerk, Fernwärmeausbau oder Windkraft. Im Themenfeld Fachkräfte stellte Wirtschaftsförderer Tobias Vietz die Vernetzungsangebote der Stadt vor: vom neuen „I.S.A.“ des Kreises Lippe für Integrationsfragen über Sprachangebote und das Mehrgenerationenhaus bis zum Unternehmensnetzwerk im Gewerbegebiet Lemgo West, das gezielt an Themen wie der Fachkräftegewinnung arbeitet. Bei der Innenstadtentwicklung zeigte sich die Stadt zufrieden mit der Reduzierung von Leerständen, unter anderem dank neuem Einzelhandelskonzept, Umbauförderung und -beratung, Innenstadtveranstaltungen und PopUp-Stores. Der Wandel hin zu einem Mix aus Wohnen, Handel und Gastronomie werde weitergehen. Für Aufmerksamkeit sorgte das Klimafolgenanpassungskonzepts zum Schutz der Innenstadt vor Hitze und Starkregen sowie das bis Ende 2027 laufende Mietreduzierungsprogramm für Neuansiedlungen. Ausdrückliches Lob aus der Runde gab es für die Renaturierung des Bega-Flussbetts mit der Aktivierung für die Menschen im Innenstadtbereich. Kämmerer Frank Limpke hofft für 2027 auf eine stabilere Gewerbesteuer als in 2026, beim Bürokratieabbau verwiesen Baier, Limpke und Vietz auf rund 60 Verwaltungsprozesse, die sich aktuell in der Digitalisierung befinden sowie auf den weiteren Ausbau der Lemgo-App.

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