Das Corona-Training beim Liemer RC: „Die Kunstradwelt steht Kopf!“

Lemgo/Lieme. Muskeln aufzubauen dauert sehr lange, Muskeln zu verlieren geht leider sehr schnell. Auch beim Liemer RC stehen momentan die Räder still. Das „normale“ Training wurde von jetzt auf gleich eingestellt: Für alle Sportler*innen ein großer Schock, die größte Leidenschaft musste nun leider erstmal in einer Schublade geparkt werden.

Sportler und Sportlerin vom Liemer RC beim Handstand (Antonia) / Kopfstand (Lasse) während des Online-Trainings, vernetzt über das iPad, welches momentan die wichtigste Quelle für das gemeinsame Training darstellt.

Training soll
irgendwie weiter laufen

Doch eins war dem Trainerteam des Liemer RC sofort klar: Das Training soll irgendwie weiter laufen: „Kunstrad ohne Kunstrad“. Nun bekommen die Sportler*innen einen Trainingsplan, indem alle „kunstradwichtigen“ Komponenten inbegriffen sind: regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining, sowie Dehnen für die Beweglichkeit. Dieser Plan wird wöchentlich durch die Trainer abgefragt und Hilfestellungen bzw. Verbesserungen werden ausgetauscht, auch werden Videos oder Fotos untereinander verschickt. Durch eine Sport-App sind alle miteinander vernetzt und man kann sich gegenseitig motivieren.

Highlight
„Home-Training“

Highlight ist aber das regelmäßige gemeinsame „Home-Training“ am Dienstag und Freitag (reguläre Trainingstage beim Liemer RC). Trainerin Sarah von Querfurth bietet ein Online-Handstand-Training an. Die Sportler*innen erfahren so eine stückweite Normalität, da es ein Video-Training ist und man sich gegenseitig sehen kann. Also tatsächlich ein gemeinsames Training unter Anleitung. „Es wäre doch toll, wenn wir aus der Corona-Krise auch etwas Positives ziehen können. So ist es mein Ziel, den Kindern und Jugendlichen in dieser radfreien Zeit den Handstand beizubringen“, erklärt Sarah von Querfurth, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, auf Nachfrage. Weiterhin erzählt sie: „Auch ich muss fit bleiben. Ich möchte gemeinsam mit meiner Partnerin Janine Puls eigentlich Ende Juni an dem World-Cup in der Slowakei im Hallenradsport teilnehmen.“

Aber ob in nächster Zeit Wettkämpfe stattfinden, ist fraglich. Jedoch wäre es wichtig und sehr schön, wenn man bald wieder in Halle dürfte, wenn auch eventuell nur mit einer bestimmten Anzahl an Sportler*innen, was beim Kunstradfahren gut machbar wäre.