Bad Salzuflen. Wer sich auf den Weg in die Hoffmannstraße 30 zum KD Bad Salzuflen aufmacht wird neuerdings ein großes Schild neben der Eingangstür vorfinden: „Koshinkan Landesstützpunkt Nordrhein-Westfalen“!

Verleihung. Von links: Peter Falk, Frank Herholt, Hans Wecks und Volker Schwinn. Text: Frank Schnelle; Foto: Frank Büschenfeld

Damit reagiert einer der größten Karatevereine in NRW auf die sich ändernden Anforderungen an die Kampfkunst Karate und die breiter werdende Altersstruktur der Mitglieder. Diese reicht inzwischen von 4 bis 85 Jahre (!), wobei insbesondere der Anteil der Trainierenden im Kindes- und Jugendalter sowie im Segment Ü60 stetig wächst!

In den 60’er bis in die 90’er Jahre hinein waren das leitende Motiv zum Erlernen von vorwiegend wettkampforientiertem Karate einschlägige Martial-Arts-Filme oder die Vorführungen japanischer Karatelehrer in Europa. Heute stehen bei den meisten Mitgliedern primär die Gesundheit durch gezielte Bewegung, die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Wunsch sich im Notfall selbst verteidigen zu können im Vordergrund. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die pandemiebedingt motorische, kognitive und soziale Defizite aufgebaut haben.

Karate der Stilrichtung Koshinkan mit hohen Anteilen von Partnerarbeit wird diesen Anforderungen gerecht.  Traditionelle Stilrichtungen werden berücksichtigt, allerdings werden Bewegungen und Stände flexibler und gesundheitsbewusster ausgeführt.

Das Training orientiert sich an Alltagssituationen und ist getragen von Respekt und Wertschätzung gegenüber den Trainingspartnern.

Vier Säulen

Die vier Säulen des Koshinkan-Karate sind dabei: Grundschule (Kihon); Kampf gegen einen oder mehrere Partner (Kumite); Selbstverteidigung (Goshin) und stilisierter Kampf gegen imaginäre Gegner (Kata mit Ihrer Anwendung am Partner);

Daraus ergibt sich ein sehr breites Spektrum von Techniken und Übungsformen, die jedes Training zu einem Erlebnis werden lassen.

Anfang des Jahres stellte der Vorstand unter der Leitung des Vorsitzenden und Dojo-Leiters Frank Herholt (5. Dan) das Konzept der Mitgliederversammlung des KD vor und beschloss im 44. Jahr seit Vereinsgründung den Wechsel von der Stilrichtung Shotokan zu Koshinkan. Dabei betonte Frank Herholt, dass alle Mitglieder keinerlei Nachteile durch die Neuausrichtung haben, da alle bisher erreichten Graduierungen ebenso wie Lizenzen ihre Gültigkeit behalten.

In der kurzen Übergangsphase konnte das Gesamtkonzept des Karate Dojo Bad Salzuflen so überzeugen, dass der Stilrichtungsgründer Hans Wecks, einer der wenigen Karateka in Deutschland mit dem 9. Dan, das Dojo offiziell zum Landesstützpunkt der Stilrichtung Koshinkan ernannte.

Frank Herholt ist seit März nach erfolgreicher Weiterbildung und Prüfung offizieller Koshinkan-Instruktor und ist gerne bereit auch anderen Vereinen in der Region den „Weg“ des Koshinkan-Do vorzustellen und neue Impulse für ein zukunftsorientiertes Karate zu geben.

Das Dojo des KD Bad Salzuflen beschreitet nun, seit vielen Jahren unterstützt durch Volker Schwinn (8.Dan) aus dem Saarland, Hans Ruff (7.Dan) aus Bad Württemberg, Hans Wecks (9. Dan) aus dem Bundesstützpunkt in Oberhausen und Peter Falk (5.Dan) Stilrichtungsreferent aus Bielefeld, sowie befreundeten Vereinen aus der Region, einen neuen sportlichen Weg.