"Haben uns abschlachten lassen!“

Lemgos Coach Ilker Siviloglu zeigte sich nach dem 0:7-Debakel in Schloß-Holte mehr als bedient.

Schloß-Holte (ruko). Es läuft alles andere als rund beim TBV Lemgo, der in dieser Saison, die Qualität der Mannschaft spricht eigentlich dafür, oben mitspielen wollte. Nach dem verheißungsvollen Auftakt mit einem Sieg im Lipperderby gegen den FC Augustdorf folgte zunächst eine ernüchternde 1:3-Niederlage in Steinhagen. Jetzt, im dritten Spiel, erlebten die Lemgoer ein wahres Debakel. Gleich mit 0:7-Toren wurden die emotionslos aufspielende Hansestädter in Schloß-Holte von der Platte geputzt.

„Was heute hier passiert ist, das geht einfach nicht. Man kann in dieser Liga, auch mit dieser Mannschaft, sicherlich mal höher verlieren, doch nicht mit 0:7. Das ist eine Einstellungssache. Meine Mannschaft hat nach dem 0:3 gleich die Köpfe hängen lassen, sich regelrecht abschlachten lassen“, so ein völlig konsternierter Lemgoer Trainer Ilker Siviloglu, auf den nun viel Arbeit warten dürfte. Gerade die vielen individuellen Fehler im Team, die der VfB gnadenlos ausnutzte, nervten Sivilolglu: „Gleich sechs Treffer für Schloß-Holte wurden von uns regelrecht aufgelegt. Wir haben Geschenke verteilt, unfassbar“, kann der TBV-Coach nur den Kopf über den unengagierten Auftritt seiner jungen Mannschaft schütteln. Das Debakel für die Lemgoer begann in Minute 14, da traf Lakämper zum 1:0. Noch konnte Lemgo zu diesem Zeitpunkt dagegen halten, doch als Kalemci (42.) und Klippenstein (44.) auf 3:0 für die Gastgeber erhöhten, ließen sich die Gäste in der Folgezeit wie willige Lämmer zur Schlachtbank führen. Von Lemgo kam in Hälfte zwei praktisch gar nichts mehr. Weigmann (66.), Ulrich (72. und 75.) und Schubert (83.) sorgten für den Holter Kantersieg.

 

 

Der nächste Spieltag:

Erneut wartet
ein knackiger Gegner

 

 

Eine kleine Rehabilitation dürfte der TBV nach so viel Kritik verdienen, denn die Lemgoer haben sicherlich ein hammerhartes Auftaktprogramm vor der Brust. Nach den Niederlagen gegen die Landesliga-Absteiger aus Steinhagen und Schloß-Holte wartet jetzt mit dem SV Avenwedde, der am Sonntag zu Gast auf dem Jahnplatz sein wird, erneut ein knackiger Gegner. „Wir müssen die peinliche Niederlage gegen Schloß-Holte aufarbeiten, intensiv, auch in Einzelgesprächen, darüber reden. Gegen Avenwedde stehen wir unter Druck. Dieses Spiel muss einfach gewonnen werden. Ich erwarte eine Reaktion von meiner Mannschaft“, fordert Sivilglu, der am Sonntag wieder auf Ali Celik bauen kann, der seinen Urlaub beendet hat. Vielleicht ist auch Keeper Heiko Langer wieder am Start. Bei Rhilane dürfte es noch mindestens zwei Monate dauern, bis er wieder an den Ball treten kann.

Der insider-Tipp: Es dürfte wohl viel an der Einstellung der Lemgoer Mannschaft liegen, wie sie sich im Spiel gegen Avenwedde verkaufen wird. Kampf und Einsatzwille sind gefragt. Komponenten ohne die es im Fußball einfach nicht geht. Nur wenn der Wille da ist, für seinen Klub alles zu geben, dafür muss man sich natürlich auch mit ihm identifizieren, kann Lemgo gegen Avenwedde punkten.