Blomberg. Zum Finale der Hauptrunde und damit im letzten Spiel vor den Play-offs stand ein Gipfeltreffen an der Ulmenallee an. Gegen Borussia Dortmund sicherte man sich in einem umkämpften Spitzenspiel den Heimsieg mit 33:31 (17:17) und beendet die Hauptrunde der Liga auf dem ersten Platz. Beste Werferinnen auf HSG-Seite waren Nieke Kühne und Ona Vegué mit jeweils neun Treffern.
Bildquelle: Timon PetersSpitzenspiel auf Augenhöhe
Schon Tage vor der Partie war die Halle an der Ulmenallee restlos ausverkauft. Vor dieser beeindruckenden Kulisse schickte Steffen Birkner Lara Lepschi, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Elín und Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu sowie Maxi Mühlner in die Partie. Bis auf die beiden Langzeitverletzten Marie Michalczik und Amber Verbraeken konnte die HSG dabei aus dem Vollen schöpfen.
Auf Dortmunder Seite fehlte Sarah Wachter, sodass Melinda Szikora zwischen den Pfosten begann. Zudem setzte Trainer Henk Groener auf Alina Grijseels, die auch gleich den ersten Treffer der Partie erzielte. Die HSG ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken: Díana Magnúsdóttir tankte sich früh durch und holte den ersten Siebenmeter heraus, den Ona Vegué sicher verwandelte.
Die Anfangsphase war geprägt von hohem Tempo und viel Intensität. Kühne brachte die HSG erstmals ins Spiel, Lepschi zeigte direkt eine wichtige Parade gegen Lassource und Hauf sorgte per Heber für die erste Führung zum 3:2. Beide Mannschaften agierten auf Augenhöhe, wobei sich insbesondere die Blomberger Defensive hellwach präsentierte und immer wieder Fehler beim BVB provozierte. Dennoch blieb Dortmund dran. Nach zwischenzeitlicher Führung der HSG gelang es den Gästen immer wieder auszugleichen. Kühne übernahm Verantwortung und traf gleich mehrfach, während Lepschi im Tor mit starken Aktionen überzeugte. Die Chance, sich erstmals auf zwei Treffer abzusetzen, blieb jedoch ungenutzt.
In der Folge stabilisierte sich die HSG-Defensive weiter. Njinkeu eroberte den Ball aufmerksam gegen Olsson und erzielte im Anschluss ihren ersten Treffer. Nach rund 14 Minuten erspielten sich die Gastgeberinnen erstmals eine Drei-Tore-Führung. Doch der Tabellenführer aus Dortmund ließ sich nicht abschütteln und verkürzte durch Egeling und Lassource wieder auf ein Tor. Beim Stand von 9:9 nahm Birkner seine erste Auszeit. Doch auch danach blieb das Spiel eng: Dortmund ging kurzzeitig in Führung, ehe Díana Magnúsdóttir mit viel Durchsetzungsvermögen den Ausgleich erzielte. Die Partie wurde nun zunehmend temporeicher, beide Teams suchten konsequent den Abschluss.
Im weiteren Verlauf kam Nicole Roth für Lepschi ins Tor, während die HSG offensiv weiter auf Eins-gegen-eins-Situationen setzte. Immer wieder war es Magnúsdóttir, die Siebenmeter und Zeitstrafen herausholte – Vegué blieb dabei vom Punkt gewohnt sicher. So entwickelte sich bis zur Halbzeit ein intensives Duell auf Augenhöhe, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Mit einem leistungsgerechten 17:17 ging es schließlich in die Kabinen.
HSG-Wahnsinn in den Schlussminuten
Der Start in die zweite Halbzeit gestaltete sich zunächst etwas zäh. Erst nach rund drei Minuten gelang der HSG der erste Treffer – dann allerdings gleich im Doppelpack: Kühne traf aus dem Rückraum, eroberte im Anschluss selbst den Ball in der Defensive und Vegué verwandelte zur 19:18-Führung. Doch auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel hart umkämpft. Die Führung wechselte nun beinahe im Minutentakt. Zwar legte die HSG immer wieder vor, doch Dortmund fand stets eine Antwort und glich umgehend wieder aus.
Ein entscheidender Moment folgte Mitte der zweiten Halbzeit: Nach einem schnellen Gegenstoß wurde Kühne von van Maurik gestoppt – die Konsequenz war die Rote Karte für die Dortmunderin. In Überzahl nutzte die HSG ihre Chance und ging erneut in Führung. Dennoch blieb die Partie offen. Dortmund kämpfte sich immer wieder heran, während auf Seiten der HSG insbesondere die Defensive zunehmend an Stabilität gewann. Immer wieder zwang man den BVB ins Zeitspiel, auch wenn Szikora im Dortmunder Tor mehrfach stark parierte und eine höhere Führung verhinderte.
In der Schlussphase entwickelte sich dann ein echter Krimi. Roth zeigte wichtige Paraden, Vegué traf ins leere Tor und Mühlner legte nach – acht Minuten vor dem Ende lag die HSG mit zwei Treffern in Führung. Doch Dortmund gab sich nicht geschlagen und kam noch einmal zurück. Beim Ausgleich schien die Partie erneut zu kippen, doch die HSG behielt die Nerven. In den letzten fünf Minuten stand die Defensive nahezu unüberwindbar und ließ nur noch einen Treffer zu.
Im Angriff überzeugten die Gastgeberinnen nun auch mit kreativen Lösungen: Kühne traf sehenswert per Heber, während Roth im Tor die entscheidenden Würfe entschärfte. Als Díana Magnúsdóttir schließlich fünf Sekunden vor Schluss zum 33:31-Endstand traf, kannte der Jubel in der Ulmenallee keine Grenzen mehr.
Mit diesem Sieg beendet die HSG die Hauptrunde ohne Niederlage in der Rückrunde auf dem ersten Tabellenplatz und trifft im Play-off-Halbfinale auf den Thüringer HC.
Stimmen zum Spiel:
„Das war heute hier an der Ulmenallee eine überragende Kulisse. Unsere Sportart hat genau das verdient! Wir wollten heuet einiges besser machen als noch im Pokalhalbfinale und hatten auch etwas das Glück auf unserer Seite. Jetzt werden wir im Halbfinale auf den THC treffen und zählen auch da auf diese Unterstützung in unserer Halle“, ordnet Steffen Birkner den Heimerfolg im Spitzenspiel ein.
„Die Leistung, die wir heute gezeigt haben, war überragend. Wenn wir so auftreten, wird es immer schwer sein, uns zu schlagen. In den letzten Duellen haben wir manchmal etwas aufgegeben. Das wollten wir heute nicht und haben uns den Sieg gesichert“, freut sich Díana Magnúsdóttir über den Heimsieg.
Aufstellungen:
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen, D. Magnúsdóttir (6), Kühne (9), Mühlner (3), Vegué (9), Jaron, Bucher, Tietjen, Sandberg, Hauf (2), E. Magnúsdóttir (1), Njinkeu (3)
Borussia Dortmund: Roncevíc, Szikora; Grijseels (7), Kusian, Antl (1), van Maurik (2), Langer, Kamp (1), Lassource (6), Husebo (1), Olsson, Vollebregt (4), Nestaker (1), Egeling (1), Bleckmann (7), Menne






