HSG verliert Topspiel gegen den THC

Verletzungssorgen um Nele Franz

Lemgo. Die HSG Blomberg-Lippe hat das Topspiel des 4. Spieltags der Handball Bundesliga Frauen knapp verloren. Gegen den Thüringer HC erwischte das Blomberger Team einen schwachen Start und musste sich am Ende nicht unverdient mit 29:32 (12:15) geschlagen geben. Überschattet wurde das Spiel von einer Verletzung von HSG-Spielmacherin Nele Franz.

Josefine Huber setzt sich mit dem THC gegen die HSG durch. Foto: Matthias Wieking

Die Blombergerinnen fanden zunächst nur schleppend in die Begegnung. Gegen den starken Abwehrriegel des THCs agierten Laetitia Quist und Co. häufig zu ungeduldig und produzierten unter dem Druck zu viele technische Fehler. Die Gäste aus Thüringen machten es auf der Gegenseite besser und setzten sowohl ihre Kreisläuferin als auch die beiden Außen ein ums andere Mal gekonnt in Szene. THC-Rechtsaußen Miranda Schmidt-Robben erhöhte folgerichtig nach 11 Minuten zum 2:6 für ihr Team. HSG-Trainer Steffen Birkner sah sich somit erneut früh dazu gezwungen eine Auszeit zu nehmen und seinem Team zurück in die Spur zu verhelfen. Die gefundenen Worte schienen angekommen zu sein: Deutlich geduldiger und deutlich zielstrebiger spielte die HSG ihre Angriffe nun aus. In der 14 Minute fasste sich Linnea Pettersson ein Herz, tankte sich entschlossen durch die THC-Abwehr und versenkte den Ball sicher zum 6:8 im Tor von Torfrau Rinka Duijndam. Doch während den Nelkenstädterinnen das letzte Quäntchen Glück im Abschluss fehlte, setzte sich der Thüringer HC immer wieder erfolgreich ab. So scheiterte Quist nach 17 Minuten an der Latte und Schmidt-Robben stellte den alten Vier-Tore-Vorsprung im Gegenzug wieder her (7:11).

In der 19 Minute geriet das Ergebnis dann in den Hintergrund, als sich HSG-Spielmacherin Nele Franz in einem Angriff verletzte und mit starken Schmerzen am Boden liegen blieb. Physiotherapeutin Christin Schürmann eilte aufs Feld und kühlte das rechte Knie der deutschen Nationalspielerin, ehe Franz gestützt das Feld verließ. Untersuchungen in den kommenden Tagen werden Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Noch kurz vor dem Anwurf wurde Franz von Andreas Thiel (Vorsitzender der Handball Bundesliga Frauen) für die Wahl zur Spielerin der Saison 2020/21 geehrt.

Nach diesem Schockmoment fand die HSG nur schwer zurück ins Spiel und hatte der großen Rückraum-Power des THCs in dieser Phase nur wenig entgegenzusetzen. Die Griechin Lamprini Tsakalou in Reihen der Thüringerinnen beeindruckte die 751 Zuschauer in der PHOENIX CONTACT arena mit ihrem starken 1 vs. 1 und großer Wurfkraft. Zusammen mit Kerstin Kündig, welche nach 28. Minuten den Treffer zum 10:15 erzielte, dominierte sie kurz vor der Halbzeit die Begegnung. Doch die Nelkenstädterinnen wehrten sich nun mit aller Kraft gegen eine drohende Vorentscheidung und verkürzten bis zur Pause auf 12:15.

Große Hoffnung keimte im Rund der PHOENIX CONTACT arena nach Wiederanpfiff auf, als Kamila Kordovská bereits in der 35. Minute den Rückstand für die HSG auf nur noch ein Tor verkürzte (15:16). Doch einmal mehr stellten Tsakalou und der THC ihre große Klasse unter Beweis und setzten sich bis zur 42. Minute entscheidend auf 17:22 ab. Ein Rückstand, den die HSG zwar noch auf drei Tore verkürzen, jedoch nicht mehr umbiegen konnte. Beste Werferin bei der HSG war mit 12/6 Treffern Marie Michalczik. Bei den Gästen war Tsakalou neun Mal erfolgreich.

Nach dem Spiel zeigte sich Michalczik enttäuscht über die Niederlage: „Wir haben die Anfangsphase leider verschlafen. Danach waren wir drauf und dran das Spiel zu drehen, haben es aber nicht geschafft den THC endgültig zu knacken. Vielleicht haben am Ende die letzten Körner gefehlt, um das Topspiel für uns zu entscheiden“, so die HSG-Rückraumspielerin.

Weiter geht es für die HSG Blomberg-Lippe am 2. Oktober mit einem Auswärtsspiel im DHB-Pokal. In der zweiten Runde des Wettbewerbs treffen Michalczik und Co. dann auf die Füchse aus Berlin. Gegen den Zweitligisten möchte das Team der HSG dann ab 19:30 Uhr den Einzug in dritte Runde perfekt machen.

Tore für die HSG: Rüffieux 1, Kynast, Quist 3, Rajes 3, Wenzel, Kordovská 2, Agwunedu 2, Franz 3/1, Pettersson 3, Michalczik 12/6.

Tore für den Thüringer HC: Meyer 1, Zachova 6/1, Iskit 2, Niederwieser 1, Tsakalou 9, Kündig 5, Huber 3, Schmidt-Robben 5.