Lemgo. In der Phoenix Contact-Arena weiterhin eine Macht! Der TBV Lemgo Lippe hat auch sein zweites Heimspiel im Kalenderjahr 2026 erfolgreich gestaltet: Am 23. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga hat das Team von Trainer Florian Kehrmann am Donnerstagabend einen weiteren Erfolg eingefahren. Gegen den HSV Hamburg setzten sich die Lipper am Ende verdient mit 39:32 (18:15) durch – und konnten sich dabei vor allem auf Kapitän Tim Suton verlassen.
Bildquelle: RedaktionIm Vergleich zum Spiel in Mannheim konnten die Lemgoer am Donnerstagabend personell wieder aus dem Vollen schöpfen: Jarnes Faust meldete sich nach überstandener Krankheit rechtzeitig wieder fit.
Nach einer kurzen Abtastphase entwickelte sich rasch ein intensives Spiel. Hatte der TBV gegen die Rhein-Neckar Löwen noch drei Siebenmeter liegen lassen, zeigte sich Samuel Zehnder an diesem Tag wieder gewohnt sicher und brachte seine Mannschaft von der Marke mit 2:1 in Führung (4.). In der Offensive ließen die Lemgoer Handballer den Ball schnell durch die eigenen Reihen laufen und erspielten sich somit immer wieder freie Würfe. Vor allem Kapitän Tim Suton hatte sich viel vorgenommen und erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 6:4 (10.). Auch Constantin Möstl fand stark ins Spiel und brachte die Phoenix Contact-Arena mit einer Doppelparade gegen Weller und Bo Andersen erstmals zum Kochen (11., 7:4). Der HSVH fand zunächst kein Mittel gegen das Lemgoer Angriffsspiel, weshalb sich Torsten Jansen nach 14 Minuten zur ersten Auszeit der Begegnung gezwungen sah (10:6). Der Hamburger Trainer schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Der HSVH kämpfte sich in der Folge in die Begegnung und verkürzte nach 23 Minuten durch Kapitän Weller auf 12:10. Doch erneut Suton und Zehnder hatten die passende Antwort parat und sorgten schnell für die alte Vier-Tore-Führung (25., 14:10). Aber die Hanseaten hatten sich nun festgebissen und kamen durch den Ex-Lemgoer Azat Valiullin wenige Sekunden vor dem Ende erneut auf 17:15 heran. Frederik Simak agierte jedoch gedankenschnell und traf von der Mitte ins leere Hamburger Tor zum 18:15-Pausenstand.
Der HSVH kam mit viel Druck aus der Halbzeit und drängte früh auf den Ausgleich. HSVH-Spieler Lassen verkürzte nach 37 Minuten auf 21:20 – auch weil dem TBV in der Abwehr der Zugriff gegen die starken Eins-gegen-Eins-Spieler der Hamburger und das exzellente Sieben-gegen-Sechs-Spiel fehlte. Doch immer, wenn der TBV gefordert war, war er zur Stelle. So auch dieses Mal: Möstl durchbrach mit zwei wichtigen Paraden den Sturmlauf der Gäste (39., 22:20) und ebnete den Weg zurück zur Vier-Tore-Führung (41., 24:20). Der TBV verpasste es jedoch abermals den Vorsprung noch komfortabler auszubauen, sodass sich der HSVH ein weiteres Mal auf zwei Tore herankämpfte (50., 28:26). Kehrmann reagierte mit einer Auszeit und durfte in der Folge mit anschauen, wie sich sein Team in den Schlussminuten in einen Rausch spielte. Nach 54 Minuten sorgte Hendrik Wagner für die erste Fünf-Tore-Führung des Abends und ließ alle Zweifel über den Sieger in Luft auflösen. Die Gegenwehr der Gäste war gebrochen und die Lipper drückten weiter aufs Gaspedal. Adam Nyfjäll sorgte mit seinem zweiten Tor für den in der Höhe etwas zu deutlich ausgefallenen, letztendlich aber hochverdienten 39:32-Heimerfolg. Bester Werfer war mit zehn Toren Suton.
Durch den Heimsieg hält der TBV auch nach 23 Spieltagen weiterhin Anschluss an die Plätze 2 bis 4 und hat nun 34:12-Punkte auf dem Konto. In der kommenden Woche steht den Lippern in der Fremde ein echtes Verfolgerduell bevor: Am 5. März treffen trifft der Tabellenfünfte aus Lemgo auf den Tabellensechsten aus Gummersbach. Anwurf in der Schwalbe Arena ist um 19 Uhr.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Am Anfang haben wir mit vier Rückraumspielern immer wieder freie Torchancen bekommen. Dann kam dieses Momentum, bei dem wir ein, zwei Paraden kriegen und die drei, vier Tore dazwischen legen konnten. Ab der 18. Minute lassen wir ein, zwei Chancen liegen, Hamburg kommt wieder in Schlagdistanz mit zwei, drei Toren, und bis zur Halbzeit ist es ein ausgeglichenes Spiel. Ein wichtiges Signal ist der Buzzer Beater von Freddy Siemer kurz vor der Pause: Da gehen wir wieder mit drei Toren Vorsprung in die Kabine, haben den Ballbesitz in der zweiten Halbzeit und damit eine gewisse Kontrolle – gerade zu Hause. In der zweiten Halbzeit tun wir uns in der Verteidigung sehr schwer gegen das ausgezeichnete Sieben-gegen-Sechs-Spiel von Hamburg. Sie haben mit Lassen und Co. im Rückraum unglaubliche Entscheidungsspieler, wir laufen immer einen Schritt hinterher und schaffen es nicht, sie zu technischen Fehlern zu zwingen. Deshalb sind wir darauf angewiesen, vorne ständig Tore zu machen. Dann kommt etwas Turbulenz auf, weil wir ein, zwei Fehler machen, gehen wieder ins Spiel mit vier, Rückraumspielern und da finden wir unglaubliche Lösungen. Wenn ich einen rausnehme, fällt mir Tim Suton ein: In diesem Spiel gewinnt er wahrscheinlich zwei Drittel seiner Zweikämpfe vorne – unglaublich, und er bringt uns genau in die richtige Richtung mit seinen Durchbrüchen. Hinten raus ist das Ergebnis zu hoch, aber wir haben trotzdem verdient gewonnen. Ich freue mich riesig, dass die Halle heute wieder nicht nur während des Spiels, sondern schon vorm Spiel heiß war. Meine Spieler genießen diesen letzten Push. Jetzt müssen wir uns kurz schütteln, gut vorbereiten, denn als Nächstes wartet eine schwere Auswärtsaufgabe in Gummersbach, und da freuen wir uns schon drauf.“
TBV Lemgo Lippe – HSV Hamburg 39:32 (18:15)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (10 Paraden), Kastelic; Hutecek 1, Theilinger, Zehnder 9/4, Mudrow, Simak 4, Schagen 3, Carstensen, Nyfjäll 2, Suton 10, Willecke, Versteijnen 5, Wagner 5, Faust.
HSV Hamburg: El-Tayar, Paulsen Haug (9 Paraden); Gadza, Norlyk, Kofler 3, Lassen 5, Jörgensen 7/2, Weller 6, Geenen, Botta, Andersen 4/2, Olafsson, Sauter 4, Mortensen 2/2, Valiullin 1.


