Kehrmann fordert gegen Melsungen „deutlich besseren Auftritt“

Lemgo. Im dritten Anlauf soll es mit der Unterstützung der heimischen Fans im Rücken endlich mit den ersten Punkten klappen. Am morgigen Samstag (Anwurf: 20.30 Uhr) empfängt der TBV Lemgo Lippe die topbesetzte MT Melsungen in der Phoenix Contact-Arena. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Handball-Bundesliga fordert TBV-Trainer Florian Kehrmann gegen die Hessen im Vergleich zur Heimpremiere gegen Gummersbach einen „deutlich besseren Auftritt“ seines Teams und zählt dabei auf die lautstarke Unterstützung der lippischen Handballfans.

Hofft gegen Melsungen auf zahlreiche Fans in der Phoenix Contact-Arena: Florian Kehrmann. Quelle: Matthias Wieking

„Melsungen hat wirklich eine super Vorbereitung gespielt. Von der hohen Niederlage gegen die Löwen wollen wir uns nicht blenden lassen“, hat Kehrmann die deutliche 27:36-Schlappe gegen die MT beim Sparkassen Cup noch nicht vergessen. Doch am 1. Spieltag erlebten die Melsunger einen kapitalen Fehlstart und kamen bei den Rhein-Neckar Löwen mit 25:36 mächtig unter die Räder. „Ich weiß, wie unser Trainer die Mannschaft auf die Rhein-Neckar Löwen eingestellt hat. Leider wurde kaum etwas von dem auf dem Spielfeld umgesetzt. Wir haben zwar eine erfolgreiche Saisonvorbereitung absolviert, aber Bundesliga-Alltag ist dann doch noch mal etwas ganz anderes“, musste anschließend auch MT-Sportvorstand Michael Allendorf konstatieren. Dass die Melsunger es besser können, stellten sie am vergangenen Donnerstag unter Beweis. Gegen den HSV Hamburg siegte das Team von MT-Trainer Roberto García Parrondo am 2. Spieltag knapp mit 30:27. „Gerade im Rückraum haben sie sich noch einmal richtig gut verstärkt. Dadurch haben sie spürbar an Flexibilität im Angriffsspiel dazugewonnen“, so Kehrmann, der die MT vor allem im rechten Rückraum „bärenstark“ besetzt sieht. „Mit Martinovic haben sie in meinen Augen einen der besten Rückraum-Rechten der Liga dazugewonnen. Zusammen mit Kai Häfner sucht dieses Duo sicherlich seinesgleichen“, warnt der TBV-Trainer. Ein weiteres Prunkstück der Melsunger sieht Kehrmann darüber hinaus in der „sehr beweglichen Abwehr“ der kommenden Gäste: „Sie nehmen die Zweikämpfe früh an und setzen ihre Gegner somit sofort unter Druck.“

Doch nicht nur im rechten Rückraum hat sich die MT verstärkt, sondern kommt am Samstag mit einem wieder einmal runderneuerten Kader angereist. Nach einem achten Platz in der Vorsaison, dem schlechtesten Abschneiden seit 2013, soll es mit einem größeren vielfältigeren und jüngeren Kader, so die Hoffnung, nun erfolgreicher laufen. Insgesamt elf Abgängen stehen zehn spannende Neuzugänge entgegen. Neben dem starken Bundesliga-Debütanten Adam Morawski (27/Tor), der den Lemgoer Fans noch aus der EHF European League mit Wisla Plock in Erinnerung sein dürfte, verpflichteten die Melsunger u.a. Aidenas Malasinskas (36/RM), Agustin Casado (26/RM) sowie den Ex-Kieler Rogerio Moraes (28/KM). Durch die Abgänge einiger arrivierter Spieler wie u.a. Alexander Petersson (42/Karriereende) ist der 20-Mann-Kader aus zehn Nationen nun in Summe knapp zehn Jahre jünger als im Vorjahr.

Geplagt sind die Melsunger jedoch von Verletzungssorgen. Neuzugang im hessischen Lazarett ist der deutsche Nationalspieler Julius Kühn, welcher sich beim Auftaktspiel gegen die Löwen in der Schlussphase einen Knöchelbruch zuzog und wohl zwei bis drei Monate lang ausfällt. Neben Timo Kastening (Kreuzbandriss im April), Finn Lemke (Sprunggelenksverletzung) und Elvar Örn Jonsson ist er der nächste Leistungsträger, der sich in die Liste der Langzeitverletzten einreiht.

Geleitet wird die Begegnung am Samstag vom Schiedsrichter-Gespann Martin Thöne und Marijo Zupanovic. Tickets für das Spiel sind weiterhin an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Online-Ticketshop des TBV Lemgo Lippe erhältlich.