Krimisieg, Aufholjagd und vertagter Matchball

Krimisieg, Aufholjagd und vertagter Matchball – Die HSG siegt erneut zuhause gegen den BVB

Blomberg. Im zweiten Finalspiel sah der BVB nach einer starken Blomberger Anfangsphase lange wie der Sieger aus. Den zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand drehten die Blombergerinnen jedoch und trafen in letzter Sekunde zum Endstand von 28:27 (13:14). Damit kommt es nächsten Sonntag zum entscheidenden Finalspiel in der Halle an der Ulmenallee. Beste Torschützin auf Blomberger Seite war Nieke Kühne mit acht Treffern.

Bildquelle: Timon Peters
Die HSG siegt dank des letzten Treffers durch Alexia Hauf im zweiten Finalspiel.

Starke HSG-Anfangsphase vor torlosen Minuten

Zum zweiten Finalspiel setzte Steffen Birkner neben Melanie Veith, die besonders in den Halbfinals gegen den THC ein entscheidender Faktor war, auch auf Farrelle Njinkeu, Díana Magnúsdóttir, Elín Magnúsdóttir, Nieke Kühne, Alexia Hauf und Maxi Mühlner. Letztere eröffnete die zweite Finalpartie mit dem 1:0 für die Gastgeberinnen. Die Blombergerinnen fanden gut ins Spiel und erhöhten durch Jacobsen schnell auf 3:1, doch es blieb weiterhin ein Kampf auf Augenhöhe. Vollebregt traf – wie auch schon in der vergangenen Woche – von Anfang an und netzte beim 4:3 den BVB-Anschlusstreffer ein, musste sich beim darauffolgenden Versuch jedoch Veith geschlagen geben.

Die HSG verteidigte aufmerksam und leidenschaftlich, erkämpfte sich über Hauf den Ball und zog den ersten Strafwurf der Partie. Ona Vegué trat gegen Sarah Wachter an und netzte erstmals zur Drei-Tore-Führung ein. Gegen Vollebregt war Veith auch beim nächsten Versuch die Siegerin, doch der Pfosten hinderte Kühnes Wurf daran, hinter Wachter einzuschlagen. Nestaker verkürzte den HSG-Puffer, doch die Blombergerinnen kamen direkt wieder ins Tempo und erhöhten durch Hauf und die schnelle Mitte auf 7:4.

Nach zehn Minuten bekam Kühne die erste Verschnaufpause, doch diesmal zeigte sich der isländische Rückraum inklusive Andrea Jacobsen torgefährlich. Elín Magnúsdóttir traf vor einer ausverkauften und lautstarken Ulmenallee zum 8:5. Die Dortmunderinnen fanden nun bessere Lösungen gegen die Blomberger Abwehr und erzielten durch Olsson nach knapp 15 Minuten den 9:8-Anschlusstreffer. Doch auch unter Druck fand die HSG Lösungen: Kühne netzte aus dem Rückraum zum 10:8 ein, aber der BVB ließ sich nicht mehr so abschütteln wie noch zu Beginn des Spitzenspiels. Immer wieder fanden Bleckmann und Co. ihre Außen, die Veith überwinden konnten. Der Puffer der HSG pendelte sich auf ein bis zwei Tore ein, ehe Kühne erneut Wachter keine Chance ließ.

Dortmund trotzte der HSG und zog gegen Jacobsen dann auch die zweite Zeitstrafe. Der Innenblock der HSG war bereits nach 16 Minuten gefährdet. Doch aus dieser Zeitstrafe kam die HSG gut heraus: Veith parierte gegen Antl, doch auch die inzwischen eingewechselte Szikora verhinderte, dass die Blombergerinnen ihren Vorsprung erhöhen konnten. Die Dortmunderinnen standen nun defensiv besser, sodass beide Teams fast fünf Minuten ohne Tor blieben. Wieder verteidigte der BVB gut, wieder zwangen sie die Blombergerinnen zum Ballverlust. Dazu kassierte Rüffieux die nächste Zeitstrafe gegen die HSG.

In Unterzahl kam dann noch der erste Strafwurf für den BVB, doch erneut war Veith zur Stelle. Es entwickelte sich ein Duell der Torhüterinnen, da auch Szikora wieder die Parade gegen Kühne feierte. Dortmund wollte das Spiel schnell machen, aber Sandberg war zur Stelle und fing den Ball ab. Auch nach Birkners Timeout tat sich die HSG offensiv schwer und wartete nun seit fast zehn Minuten auf den zwölften Treffer. Lassource netzte dann zum ersten Unentschieden seit dem 0:0 ein, und erneut kassierte die HSG eine Zeitstrafe – diesmal traf es Kühne.

Doch auch auf der Gegenseite zog Mühlner die erste Dortmunder Zeitstrafe sowie den zweiten Strafwurf. Diesmal blieb jedoch Szikora, die sich zum echten Faktor entwickelt hatte, Siegerin gegen Vegué. Veith stand ihr weiterhin in nichts nach, brachte mit ihrer Parade Tempo ins Spiel, und nach über zehn Minuten netzte Njinkeu zum zwölften Blomberger Tor ein. Kurz vor der Halbzeitpause waren die Gäste aus Dortmund besser im Spiel und gingen erstmals in Führung, auch weil die HSG zu viele Fehler machte. Vegué netzte sehenswert im Zeitspiel zum Anschlusstreffer ein. In die Pause ging es mit einem knappen 13:14-Rückstand.

Comeback Qualitäten der Blombergerinnen

Veith eröffnete die zweite Halbzeit prompt mit einer Parade, doch erneut stand das Torwartduell im Fokus, da Szikora wieder einen Treffer von Vegué verhinderte. Die Blombergerinnen robbten sich durch die Treffer von Magnúsdóttir und Jacobsen wieder heran, hatten die Chance zum Ausgleich, doch erneut stand Szikora gegen Vegué goldrichtig. Beide Teams lieferten nun wieder Tore am Fließband und netzten jeweils vier- beziehungsweise fünfmal seit Wiederanpfiff ein.

Mit zwei Toren Rückstand unterlief den Blombergerinnen im Angriff der nächste technische Fehler. Mit einer starken Abwehrleistung zwangen die Blombergerinnen jetzt auch den BVB zum Abspielfehler, eroberten den Ball, doch prompt folgte erneut der eigene Fehler. Die HSG kam nicht in ihr berüchtigtes Tempospiel und lag auch zehn Minuten nach Wiederanpfiff mit 17:20 hinten. Hauf, die gerade erst für Vegué auf das Feld gerückt war, kassierte gegen Lassource die Zeitstrafe. In Unterzahl und mit dem Rückstand von drei Toren zeigte sich der BVB kaltschnäuzig und netzte ins leere Tor ein. Erstmals lagen die Gastgeberinnen mit vier Toren hinten. Magnúsdóttir stemmte sich mit ihrem Treffer dagegen. Veith tat es ihr gleich, als die Torhüterin die Parade gegen Egeling feierte. Doch erneut war Szikora die Endstation für die HSG.

Lassource zog den nächsten Strafwurf und brachte ihn selbst an Lepschi vorbei im Tor unter. Weiterhin scheiterten die Blombergerinnen an ihrer eigenen Effektivität, als Vegué den nächsten Wurf vergab. In der Abwehr erkämpfte sich das Team von Steffen Birkner den Ball, woraufhin Groener direkt seine zweite Auszeit zog. Die Blombergerinnen kämpften sich durch Kühnes Treffer zum 20:22 wieder heran, und spätestens als Vollebregt den Ball verlor, brannte die Ulmenallee. Magnúsdóttir nahm den Schwung mit und netzte zum 21:22 ein. Mit dem Anschlusstreffer zog nun auch Henk Groener seine Auszeit.

Die Crunchtime war in Minute 49 zwar noch nicht erreicht, doch schon jetzt kochte die Heimspielhalle über. Die HSG stellte auf eine offensive Abwehr um, und wieder war Veith zur Stelle. Njinkeu brachte dann die 1300 Fans zum Kochen, als die Rechtsaußen das ersehnte 22:22 erzielte. Doch Grijseels reagierte blitzschnell und brachte den BVB wieder in Front.

Und was dann folgte, konnte sich niemand ausdenken: Vegué verwandelte in der Schlussphase gleich drei Siebenmeter, doch trotzdem hatte der BVB in seinem letzten Angriff weiterhin die Chance auf den Sieg. Beim 27:27 klaute sich die HSG nach langer Zeit in der Defensive doch noch den Ball. Veith passte spektakulär auf Hauf, die Sekunden vor dem Schlusspfiff das 28:27 erzielte. Damit holte die HSG einen Vier-Tore-Rückstand auf und glich die Finalserie aus. Somit kommt es am kommenden Sonntag zum alles entscheidenden Finalspiel um die Deutsche Meisterschaft. Wieder wird das Spiel in der Halle an der Ulmenallee ausgetragen.

Stimme zum Spiel:

„Es ist unglaublich. Wir haben gesagt, dass wir kein Heimspiel verlieren wollen und dass das jetzt so endet, hätten wir uns auch nicht vorstellen können. Am Ende war es mein Lieblingspass auf Alexia Hauf. Dass der aber so ankommt, das kann ich nicht in Worte fassen“, sagt eine glückliche Melanie Veith.

Aufstellungen:

HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (3), Kühne (8), Mühlner (1), Vegué (5), Jaron, Bucher, Tietjen, Sandberg, Hauf (3), E. Magnúsdóttir (2), Njinkeu (3)

Borussia Dortmund: Roncevíc, Szikora, Wachter; Grijseels (3), Kusian, Antl (1), Van Maurik, Kamp (2), Lassource (9), Husebo, Olsson (1), Vollebregt (3), Nestaker (1), Egeling (3), Bleckmann (4), Menne

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