Sieg: Lemgo zieht vorbei

Der TBV im Angriff: Donat Bartok hebt ab, Christian Klimek beobachtet die Szene.

Lemgo. Am 30. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga war die Mannschaft von Frisch Auf! Göppingen in der Lipperlandhalle zu Gast. Der TBV Lemgo musste auch in dieser Woche auf Christoph Theuerkauf verzichten, zusätzlich fiel Torhüter Peter Johannesson mit einer Ellenbogenverletzung, die er sich im Spiel gegen Stuttgart zugezogen hatte, aus. Den 3676 Zu-schauer wurde an diesem Abend eine Partie auf Augenhöhe geboten, bei dem sich der TBV Lemgo am Ende knapp mit 29:27 durchsetzen konnte.

 

Wie schon in der vergangenen Woche starteten Zieker und Hornke auf den Außenbahnen, van Olphen, Kogut und Bartók übernahmen im Rückraum, Engelhardt am Kreis und Wyszomirski im Tor. In der Abwehr kam der Wechsel zwischen Guardiola und Engelhardt. Das Spiel war von Beginn an ein Spiel auf Augenhöhe, keine der beiden Mannschaften gelang es sich entscheidend abzusetzen. Nachdem die Gäste zunächst mit 0:1 in Führung gingen, glich der TBV nach fünf Minuten zum 1:1 aus. Die erste Zeitstrafe der Partie erhielt nach neun Minuten Fabian van Olphen und die Gäste nutzten die Überzahlsituation um mit 2:4 in Führung zu gehen. Die Gastgeber ließen nicht nach und Hornke konnte im Siebenmeterduell den 3:4-Anschlusstreffer erzielen. Nachdem die Lemgoer in der Abwehr den nächsten Ball er-kämpften, schloss Bartók im Angriff sicher zum 4:4-Ausgleich ab. Es war die erste Viertel-stunde gespielt, da holte Frisch Auf! Trainer Rolf Brack seine Mannschaft für eine Auszeit zu sich. Nachdem die Gäste ihre Chancen nutzten und sich auf 4:7 absetzten, zog Kehrmann auf der anderen Seite die Grüne Karte und stellte in der Auszeit noch einmal um. Klimek, der nach seiner Verletzung wiedereingesetzt werden kann, übernahm für Engelhardt am Kreis. Nach acht torlosen Minuten für den TBV, traf Zieker über Außen zum 5:7 und erzielte mit dem Treffer sein 100. Bundesligator in dieser Saison. Nur einen Angriff später gelang es Kapitän Andrej Kogut, trotz Schlag ins Gesicht, zum 6:7 anzuschließen. Bis fünf Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit legten die Schwaben immer ein Tor vor, bis es dem TBV in der 25. Minute gelang zum 9:9 durch Kogut auszugleichen. Die Abwehr der Lemgoer stand nun deut-lich kompakter und mit einem starken Wyszomirski im Tor. So konnten die Gastgeber zwei-einhalb Minuten vor Schluss zum erste Mal in der Partie mit 11:10 in Führung gehen. Beson-ders Piotr Wyszomirski hatte mit seinen Paraden einen großen Anteil daran, dass Lemgo seine Führung bis zur Halbzeitsirene halten konnte. Es standen noch sieben Sekunden auf der Anzeigentafel und Göppingen gelang es auf 13:12 zu verkürzen, jedoch schaltete Wys-zomirski blitzschnell um und spielte van Olphen an der Mittellinie an, der mit einem direkten Wurf den Anwurf auf das gegnerische Tor ausführte und mit der Sirene den Pausentreffer zum 14:12 erzielte.

Der Beginn der zweiten Halbzeit ähnelte sehr den ersten 30 Spielminuten. Zwar konnte Lemgo zunächst die Führung halten, aber Frisch Auf! hielt durch zwei Tore von Jens Schön-gart Anschluss, ehe Marcel Schiller in der 34. Minute den 15:15- Ausgleich erzielte. Jedoch folgte die Antwort vom TBV in Form von Guardiola und van Olphen, die wieder zur zwei Tore Führung erhöhten. Es weiterhin Schlag auf Schlag und Göppingen gelang zunächst der Aus-gleich in der 37. Minute, ehe sie zwei Minuten später mit 17:19 die Führung übernahmen. Kehrmann zog seine zweite Auszeit, um auf das Spielsystem von Brack zu reagieren. Ebner kam im Angriff für Bartók und konnte sich direkt zweimal in Folge gegen die aggressive De-ckung der Schwaben durchsetzen und erzielte das 19:19. Wie schon in der ersten Halbzeit wurde es in der Schlussviertelstunde noch einmal spannend. Die Schwaben konnten noch einmal mit 20:22 in Führung gehen, bevor Anton Halén seine zweite Zeitstrafe erhielt. Lemgo nutzte die Überzahl aus, um über Klimek am Kreis den 21:22-Anschlusstreffer zu erzielen. Die Körpersprache der Lemgoer machte deutlich, dass die Mannschaft das Spiel unbedingt gewinnen will und konnte in der Abwehr den nächsten Ball abfangen und durch Patrick Zieker erfolgreich ausgleichen. Auch die Gäste wollten sich nicht so einfach geschlagen geben und konnten zehn Minuten vor Schluss den Abstand wieder auf zwei Tore ausbauen. Nur drei Minuten später erkämpfte sich der TBV den nächsten Ausgleich. Die Anzeigentafel sprang auf die 54. Minute um, als Dominik Ebner aus zehn Metern Entfernung zum Wurf ansetzte und den Ball um die Hüfte des Gegenspielers zog und zum 26:25 einnetzte. Die Halle tobte und die Zuschauer hielt es bei der Spannung nicht mehr auf den Sitzen. Nur wenige Sekun-den später konnte sich der TBV den nächsten Ball in der Abwehr erarbeiten und schickte Hornke in den Gegenstoß der zum 27:25 erhöhte. Neben der kämpferischen Abwehrleistung war auch auf Torhüter Wyszomirski verlass. Trotzdem konnte Göppingen 36 Sekunden vor Schluss noch einmal auf 28:27 verkürzen. Kehrmann nutzte 19 Sekunden vor dem Ende seine letzte Auszeit. Der TBV gab den letzten Angriff nicht mehr aus der Hand und konnte sechs Sekunden vor der Sirene durch Patrick Zieker das 29:27-Endergebnis erzielen.

 

Rolf Brack: Heute war klar, wer mehr Fehler macht verliert das Spiel. Wir sind zwar in jede Halbzeit sehr gut reingekommen, aber haben dann zu viele Fehler gemacht, durch die wir dann in Rückstand geraten sind. Hätten wir in manchen Situationen sicherer abgeschlossen, hätte es noch anders aussehen könne, so ging der Sieg heute an Lemgo.

 

Florian Kehrmann: Wir wussten, dass Rolf Brack immer wieder taktische Raffinessen nut-zen wird auf die wir uns im Spiel einstellen müssen. Zusätzlich hat Göppingen gute Rück-raumschützen, die wir unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen wollten, was uns mit zu-nehmendem Spielverlauf immer besser gelungen ist. Durch die Ballgewinne konnten wir ins schnelle Spiel gelangen und einige einfache Tore erzielen. Der Knackpunkt war in der 52. Minute, in der wir mit zwei Toren zurückliegen, aber trotzdem einen kühlen Kopf bewahren und Ballgewinne konsequent nutzen und so am Ende knapp, aber verdient gewinnen.

 

Wyszomirski, van den Beucken; Hornke (5/2), Kogut (5), Suton (5), Zieker (4), Ebner (3), Guardiola (2), Klimek (2), van Olphen (2), Bartók (1), Zerbe, Hangstein, Engelhardt, Hüb-scher, Rose.

 

 

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