TBV dreht irres Spiel in Wuppertal

Wuppertal. Der TBV Lemgo Lippe hat das Duell der beiden frisch gebackenen Final4-Teilnehmer für sich entschieden. In einem irren Handballspiel steigerten sich die Lemgoer Handballer im zweiten Abschnitt und behielten in einer umkämpften Schlussphase die Nerven. Mit dem knappen 28:27 Auswärtssieg beendeten die Lipper eine lange Durststrecke gegen den BHC.

Bildquelle: Weibz Fotografie ​
Auch in Wuppetal jubelt der TBV

Nach dem historischen Einzug des Bergischen HC in das Pokal – Final4 starteten die Löwen in das Duell mit breiter Brust. Die Statistik sprach im Vorfeld klar für den BHC, er hatte vor neun Jahren das letzte Heimspiel gegen den TBV verloren. Auch am Samstagabend erwischte der formstarke Aufsteiger den besseren Start in die Begegnung, ging dabei voll zur Sache. Seesing zerriss bereit nach zwei Minuten das Trikot von Hutecek, Wasielewski brachte die Löwen mit seinem zweiten Treffer in Front. In der Folge entwickelte sich eine zähe und wilde Begegnung, in dem der TBV erstmal zu selten in sein geduldiges und strukturiertes Spiel finden sollte. Nach einer 3:6-Führung der Gastgeber war es Möstl, der die Lipper mit seiner vierten Parade im Spiel hielt und versuchte, seine Teamkollegen wachzurütteln. Zunächst mit Erfolg: Zehnder verkürzte per Siebenmeter sicher zum 6:7. Doch immer wieder war die TBV-Abwehr schläfrig und bot dem BHC ungewohnt große Lücken. Aber nicht nur Möstl zeigte sich in Form, aber auch sein Gegenüber Rudeck präsentierte sich immer wieder als Spielverderber. Als Steinhaus aus dem Rückraum auf 9:12 (22.) stellte und Zehnder in seinem dritten Anlauf per Siebenmeter an Rudeck scheiterte, drohte das Spiel voll in Richtung der Bergischen Löwen zu kippen. Doch die Gastgeber verpassten es ein ums andere Mal, noch größeren Profit aus ihrer Überlegenheit zu ziehen. So blieb der TBV zur Pause mit 12:15 auf Schlagdistanz.

Das Spiel blieb auch im zweiten Durchschnitt hitzig und die Chancenverwertung des TBV blieb zunächst weiter ausbaufähig. Als Willecke vom Kreis an Rudeck scheiterte, konnte der BHC-Torhüter bereits seine 10. Parade bejubeln. Nach 43 Minuten hatte einer dann genug gesehen: TBV-Torhüter Möstl schnappte sich einen Abpraller und schaltete sich in das Angriffsspiel ein. Zwar landete sein Wurf knapp über dem Tor, doch wurde er dabei von BHC-Abwehrass Babarskas unsanft und regelwidrig gestoppt. Dieser sah dafür folgerichtig die rote Karte (44., 16:19). Diese irre Aktion rüttelte den TBV endgültig wach.

Vor allem einer hatte absolut keine Lust, sich die Weihnachtsstimmung von den Bergischen Löwen dämpfen zu lassen: Niels Versteijnen. Der Holländer schaltete in den Turbo-Modus, erzielte sieben TBV-Treffer in Serie und brachte den TBV drei Minuten vor dem Ende mit 27:25 in Front. Die Gastgeber hatten jedoch noch einmal die passende Antwort parat, kamen trotz Unterzahl eine Minute vor dem Ende durch einen irren Treffer von Noah Beyer zum 27:27-Ausgleich. Doch den Schlusspunkt setzten einmal mehr Versteijnen mit seinem Treffer zum 28:27 und Möstl mit seiner letzten Parade. Anschließend kannte der Jubel mit den zahlreichen mitgereisten Fans keine Grenzen. Bester Werfer war Versteijnen mit elf Toren.

Durch den Sieg verteidigt der TBV weiterhin den dritten Tabellenrang und weist nun 28:8-Punkte vor. Am 2. Weihnachtstag steht noch ein letztes Spiel in 2025 auf dem Programm. In der Phoenix Contact-Arena empfangen die Lipper dann die HSG Wetzlar. Das Spiel ist bereits seit Wochen ausverkauft.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir haben eine unglaubliche Energieleistung gezeigt. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so richtig da, wir haben es nicht geschafft, die Intensität auf die Platte zu bringen und vorne die Zweikämpfe zu gewinnen. Wir sind dann aber zum Glück nur mit einem knappen Rückstand in die Pause gegangen und konnten das Spiel Anfang der zweiten Halbzeit wieder eng gestalten. Danach war es ein Spiel Spitz auf Knopf, und hinten raus haben wir es aus meiner Sicht verdient gewonnen, weil wir den längeren Atem hatten. Zu so einem Spiel gehört aber immer auch ein bisschen Glück und natürlich Mentalität. Wir freuen uns über die ersten zwei Punkte in der Rückserie und müssen jetzt schnell regenerieren, kurz ein bisschen Weihnachten feiern und freuen uns dann auf die ausverkaufte Halle gegen Wetzlar. Da muss die Halle uns helfen, damit wir auch dort die beiden Punkte holen.“

Bergischer HC – TBV Lemgo Lippe 27:28 (15:12)

Bergischer HC: Rudeck (12 Paraden), Diedrich; Beyer 6, Servos, Becher, Schöttle 6, Babarskas, Kooji, Babak 1, Massoud, Püttmann, Fuchs 2, Seesing 4, Steinhaus 2, Wasielewski

TBV Lemgo Lippe:
Möstl (12 Paraden), Kastelic; Hutecek 3, Theilinger 1, Zehnder 2/2, Mudrow, Simak 2, Schagen, Carstensen, Suton 4, Willecke 2, Versteijnen 11/2, Wagner, Faust 3

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