Lemgo. Der TBV Lemgo Lippe trauert um Dieter Schönbrodt, der kürzlich im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Sein Engagement für den TBV und die lippische Handballszene war einzigartig und verdient allerhöchsten Respekt. Mehr als 65 Jahre war „Zitz“, wie ihn seine Freunde nannten, Mitglied im TBV Lemgo e.V. und wurde für seine Leistungen mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Seine sportliche Vita ist lang und von vielen Erfolgen geprägt. Wie kaum ein anderer hat er die Entwicklung des Handballs vom Feld in die Halle mitbegleitet und mitgestaltet, als Spieler, Trainer, Sportlicher Leiter oder TBV-Beiratsmitglied.
Bereits im Alter von 22 Jahren wurde er 1959 als Spielertrainer mit dem TBV Vizemeister im Feldhandball in der 1. Kreisklasse, 1971 gelang ihm gar als Trainer die Meisterschaft in der Feldhandball-Oberliga und somit der Aufstieg in die Regionalliga, damals die höchste Spielklasse. Drei Jahre später wechselte er in die Halle und blieb vier Jahre lang Trainer der TBV-Oberliga-Mannschaft.
Nicht nur der TBV konnte von seinen Erfahrungen und Kenntnissen profitieren, in der Folge war Schönbrodt als Trainer für GW Paderborn, die TG Lage und lange Jahre für die Damenmannschaft des TV Herrentrup (jetzt HSG Blomberg-Lippe) aktiv. Sieben Jahre wirkte er hier und führte die Mannschaft von der Oberliga in die 2. Bundesliga.
1993 kehrte Schönbrodt zum TBV zurück, der zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre in der 1. Bundesliga spielte. Es folgte eine große Erfolgsstory, an der der ehemalige Gymnasiallehrer in seinen Funktionen als Sportlicher Leiter, Sportkoordinator und später als Beiratsmitglied maßgeblich beteiligt war. So fädelte er 1994 beispielsweise die Verpflichtung von Daniel Stephan ein, dessen Vater er vom gemeinsamen Studium gut kannte. Die DHB-Pokal-Siege 1995, 1997 und 2002, die Meisterschaften 1997 und 2003, die Europapokalsiege 1996, 2006 und 2010 – Schönbrodt war immer dabei und durfte sich an seinem 60. Geburtstag über ein ganz besonderes Geschenk freuen – die erste Deutsche Meisterschaft seines TBV.
Unzählige Geschichten konnte Schönbrodt erzählen, angefangen von der Hölle von Bitola über Titelgewinne, den TBV Deutschland bis hin zu abenteuerlichen Europapokalreisen mit vereisten Landebahnen oder dem EHF-Pokal-Gewinn in der damals noch kleinen, engen Halle in Schaffhausen. Legendär sind seine Reden bei Spielerverabschiedungen, für die oft ein bisschen mehr Zeit eingeplant werden musste, weil er mit bedächtiger Stimme die ein oder andere Anekdote zum Besten gab.
Unzählige Stunden hat er in sein „Hobby“ investiert, das für ihn immer viel mehr war als nur das. Der Handball war sein Lebensinhalt, zu dem sich später noch ein zweites Hobby – das Golfspielen – dazugesellte. Seine Ehefrau Bärbel hat oft auf ihn verzichten müssen, ihn jedoch immer unterstützt und zu den Heimspielen begleitet, für Tochter Biggi war er nicht nur Vater, sondern auch Trainer in der Jugend beim TBV Lemgo.
Den Angehörigen gehört unser tief empfundenes Mitgefühl. Der gesamte TBV Lemgo Lippe – Beirat, Geschäftsführung Mannschaft, Trainer und Mitarbeiter – wünscht der Familie viel Kraft in dieser schweren Zeit und wird Dieter „Zitz“ Schönbrodt ein ehrendes Andenken bewahren.

