TBV trifft auf Balingen-Weilstetten

Die Gallier sehnen sich nach einem Erfolgserlebnis

Lemgo. Schafft ein Aufsteiger im ersten Jahr den Klassenerhalt, fällt nach den Lobeshymnen über das Erreichte unweigerlich eine der wohl bekanntesten Phrasen im Sport: Das zweite Jahr ist immer das schwerste. In genau diesem Abschnitt befindet sich nun auch HBW Balingen-Weilstetten – und nach dem 6. Spieltag und 0:12 Punkten herrscht bei den noch sieglosen Schwaben Katerstimmung. Doch gerade weil angeschlagene Boxer als besonders gefährlich gelten, erwartet auch TBV-Trainer Florian Kehrmann am Mittwochabend, 11. November, eine „topmotivierte Truppe, die versuchen wird, sich mit allen Mitteln zu wehren, um endlich diese ersten Punkte in der Liga zu holen.“ Anwurf in der Phoenix Contact-Arena ist um 19 Uhr.

Jonathan Carlsbogård hat sich im EM-Quali-Spiel gegen Rumänien einen Mittelhandbruch an der Wurfhand zugezogen und wird so auf unbestimmte Zeit ausfallen.

Nach knackigem Auftaktprogramm gegen Melsungen (23:25) sowie den darauffolgenden Derby-Pleiten gegen Göppingen (23:28) und Stuttgart (28:30) mussten die Gallier in eine Englische Woche ohne Zählbares einwilligen. Ließen sich diese Niederlagen anfangs noch irgendwie verschmerzen, schlug die 27:33-Auswärtsniederlage bei Aufsteiger TuSEM Essen am 4. Spieltag schon deutlich kräftiger aufs Gemüt. Nachdem sich bereits Trainer Jens Bürkle dazu genötigt sah, seine Spieler in der Auszeit gegen Essen lauthals wachzurütteln, nahm HBWGeschäftsführer Wolfgang Strobel gegenüber der Stuttgarter Zeitung im Nachgang des Essen-Spiels Grund zur Annahme, „dass manche [Spieler] nach unserer vernünftigen Vorbereitung den Blick für die Realität verloren haben.“

Dieser Schuss vor den Bug schien die Sinne zu schärfen: Gegen personell dezimierte Eulen aus Ludwigshafen zeigten sich die Gallier an Spieltag fünf von ihrer besseren Seite, verpassten nach der Halbzeitpause aber die Vorentscheidung – und ließen sich in der Folge etwas den Schneid abkaufen. In der Crunchtime kam es dann, wie es kommen musste: Zwei Sekunden vor Schluss fing man sich das 26:27, musste den bis dato ebenfalls sieglosen Mitkonkurrenten gewähren lassen. Der nächste Rückschlag, Tabellenplatz 19. Ohne Druck konnten die Gallier vor der Länderspielpause dagegen ins baden-württembergische Derby mit den Rhein-Neckar Löwen gehen. Nachdem der Underdog eine Halbzeit lang mithalten konnte, mangelte es der Mannschaft von Trainer Jens Bürkle nach der Halbzeitpause im Angriffsspiel gegen nun aggressiver verteidigende Löwen an Lösungen. Am Ende sollte der haushohe Favorit mit 36:27 die Oberhand behalten. Zu allem Überfluss schlug erneut das Verletzungspech zu: Nach Torwart Vladimir Bozic (Wadenverletzung) wird Balingen nun auch länger auf den Franzosen James Scott verzichten müssen, der sich gegen die Löwen eine Sprunggelenksverletzung zuzog. Ob Spielmacher Björn Zintel nach seinem Daumenbruch bereits am Mittwoch wird auflaufen können, entscheidet sich nach Angaben von Bürkle erst kurzfristig.

Wenngleich der letzte Gegner sicherlich nicht der Gradmesser der Gallier ist, so wird die Luft im Keller mit jedem sieglosen Spiel zunehmend dünner. Auch deshalb erwartet Kehrmann eine „sehr schwere Aufgabe, bei der es wichtig sein wird, dass wir unser System spielen, vom Kopf her da sind und konsequent in den Gegenstoß gehen