TERRA WORTMANN OPEN: Zverevs Kampf wird nicht belohnt – Medvedev und Bublik ermitteln Sonntag (ab 15 Uhr) den Sieger

Krawietz und Pütz wollen sich im Endspiel des Doppel-Wettbewerbs (ab 12.30 Uhr) revanchieren

HalleWestfalen. Im zweiten Satz zeigte die OWL ARENA, welche Wucht sie entfalten kann. Das Tennis-Stadion kochte – und das lag nicht nur an den tropischen Temperaturen, die auf dem Centre Court herrschten. Den erhofften Sieg des Deutschen durften die ostwestfälischen Fans aber nicht bejubeln: Daniil Medvedev gewann das fast dreistündige Halbfinale 7:6(3), 6:7(1), 6:4 gegen Alexander Zverev, der weiter auf seinen ersten Turniersieg auf Rasen warten muss. 

Bildquelle: Breakpoint Images
Daniil Medvedev zwang Heimfavorit Alexander Zverev in die Knie

Fast alle der 11.500 Fans in der ausverkauften Arena riss es von den Sitzen, als Alexander Zverev (ATP 3) gegen Daniil Medvedev (ATP 11) beim Stand von 5:6 mit viel Aggressivität drei Matchbälle abwehrte und anschließend im Tiebreak mit 7:1 den Satz für sich entschied.

Nach diesem Satzausgleich zum 1:1 verschwand Medvedev in den Katakomben. „Ich habe die komplette Kleidung gewechselt und mich am Waschbecken mit allem, was gerade da war, abgekühlt“, verriet er nach Spielende. Sein Schlüssel zum Erfolg: „Ich bin dann mit einer guten Einstellung in den dritten Satz gegangen, habe früh gebreakt und gewonnen.“

In der Tat war dieser Breakball zum 2:1 in einem Spiel auf Augenhöhe, das sich die beiden 1,98 Meter großen Spieler lieferten, für Medvedev der Schlüssel zum Erfolg. Der deutsche Topspieler hatte zwar die schnelle Chance auf das nötige Rebreak, ließ die drei sich ergebenden Chancen aber ungenutzt. Danach zeigte Daniil Medvedev keine Schwächen mehr und verwandelte seinen fünften Matchball nach zwei Stunden und 59 Minuten.

„Seine Returns im dritten Satz waren unglaublich. Er hat viermal geraten, wohin ich schlage und vier Mal richtig geraten. Es waren Returnwinner, die mich vom ersten Aufschlag an in die Defensive gebracht haben“, erklärte Zverev nach Spielende. Als zweiten Faktor nannte der Deutsche die Aufschläge seines Gegners in dieser Phase: „In den wichtigen Momenten hat er unglaublich aufgeschlagen und dann ist es schwierig auf Rasen.“

Mit seiner gesamten Vorstellung zeigte sich Alexander Zverev trotzdem zufrieden: „Es war ein super Match auf hohem Niveau von beiden. Ich würde saurer sein, wenn ich Spiele verlieren würde, in denen ich vieles falsch gemacht und selbst das Match verloren hätte. Das ist heute nicht der Fall.“ Er lobte noch einmal die Atmosphäre in der OWL Arena: „Die Stimmung war super – wie immer in Halle. Und das Stadion macht einiges aus. Ich hätte sehr, sehr gerne das Finale gespielt und glaube, dass ich gegen beide Favorit gewesen wäre. Mein voller Fokus liegt jetzt auf Wimbledon und mit den Matches, die ich hier und in Stuttgart gespielt habe, kann ich nach Wimbledon fahren. Ich bin mit meinem Level zufrieden.“

Zum zweiten Mal (nach 2022) steht Daniil Medvedev in Halle im Finale. Nach seinem Halbfinal-Sieg, dem 14. in den letzten zwölf Aufeinandertreffen mit Zverev, gab er zu: „Ich bin jetzt supermüde und hoffe, dass das zweite Halbfinale auch lange dauert, damit mein Gegner auch etwas müder ist.“

Diesen Gefallen taten ihm Karen Khachanov (ATP 22) und Alexander Bublik (ATP 45) nur bedingt. Das Match ging zwar über drei Sätze, diese dauerten aber nicht allzu lange. Nach 121 Minuten stand das 4:6, 7:6(5), 6:4 fest, sodass Alexander Bublik die Hände zum Jubeln in den Abendhimmel riss.

Im ersten Satz schaffte Khachanov ein schnelles Break zum 2:1, das er zum 6:4-Satzgewinn transportierte. Danach legte Bublik zu, ihm gelang im Tiebreak ein entscheidendes Mini-Break, das er mit einem mutigen Netzangriff nach zweitem Aufschlag in den Satzausgleich verwandeln konnte. 

Den gewonnenen Schwung konnte der Haller Sieger von 2023 in den dritten Durchgang mitnehmen: Beim Stand von 3:3 erspielte er sich den ersten Breakball des Satzes, den er direkt verwandelte – der entscheidende Stich zum Sieg. „Ich habe meine Chancen besser genutzt“, sagte der Finalist, der in der zweiten Runde Topfavorit Jannik Sinner aus dem Turnier geworfen hatte.

Bublik hat bei den TERRA WORTMANN OPEN eine beachtliche Bilanz: Er fuhr in Halle 10:1 Siege ein, davon 8:0 gegen Spieler aus den Top25. Ins Finale am Sonntag (sein viertes auf Rasen) geht Bublik trotzdem als Außenseiter. Der ungesetzte Kasache hat gegen Daniiel Medvedev alle sechs bisherigen Spiele verloren, auf Rasen sind sie aber noch nicht aufeinandergetroffen.

Für Medvedev ist es der 39. Finaleinzug. 20 Turniere konnte der ehemalige Weltranglistenerste schon gewinnen – auf Rasen allerdings erst einmal auf Mallorca (2021) und kurioserweise noch kein Turnier ein zweites Mal.

Im Doppel-Wettbewerb wollen Kevin Krawietz und Tim Pütz bei den TERRA WORTMANN OPEN ihren ersten Titel auf Rasen holen. Ab 12.30 Uhr kommt es am Sonntag zur Neuauflage des Vorjahres-Endspiels gegen Simone Bolelli und Andrea Vavassori. Damals siegten die beiden Italiener 7:6 (3), 7:6 (5).

„Wir wissen, was kommt. Es ist ein Top-Team und alle vier Spieler kennen sich. Vielleicht können wir in diesem Jahr den Heimvorteil etwas besser ausnutzen“, sagte Kevin Krawietz am Samstag nach dem 7:6- und 6:4-Sieg im Halbfinale gegen das Qualifikanten-Duo Francisco Cabral (Portugal) und Lucas Miedler (Österreich).

„Es macht für uns hier großen Spaß. Wir haben diese Unterstützung nicht jede Woche. Spitzenmäßig, danke an die Fans!“, ergänzte Tim Pütz.

Auf das Halbfinale hatte sich „KraPü“ am Vorabend mit einer Runde Golf vorbereitet – vielleicht ein gutes Ritual, um am Sonntag den ersten Turniergewinn auf Rasen zu feiern. Die Bilanz gegen die Italiener weist allerdings erst einen Sieg aus, bei drei Niederlagen.

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