Hamm. Volle Wucht…. Lippisch! Das Team HandbALL besiegte den ASV Hamm-Westfalen im letzten Spiel des Jahres klar mit 37:33. Und der Sieg war absolut verdient, weil die Gäste aus dem Lipperland über das gesamte Spiel hinweg einen ganz starken Auftritt hinlegten. Vor mehr als 2.000 Zuschauern unterliefen den Gastgebern zu viele Fehler und sie scheiterten zu oft am glänzend aufgelegten Linus Borreck und der THL-Deckung. Aber auch im Angriff fanden die lippischen Jungs durch viel Tempohandball immer wieder Lösungen gegen die körperlich sicherlich überlegenen Hammer-Deckungsreihen.
Bildquelle: Team HandbALL„Wir haben, wie ich finde, nicht unverdient gewonnen“, so Björn Piontek, der die Mannschaft an diesem Abend betreute, nach dem Spiel. „Wir haben die gesamte Zeit über das Spiel mitgestaltet, wir hatten eine Hand im Spiel und wir haben unsere Sache wirklich überragend gemacht und nun bin ich erstens komplett kaputt und zweitens unfassbar stolz auf die Jungs“, verteilte der THL-Trainer verständlicherweise viel Lob.
Nach Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Das ganze Team lag sich in den Armen und bejubelte den im Vorfeld nicht für möglich gehaltenen Sieg. „Das tat richtig gut. Das war wichtig für den Kopf“, hörte man unisono aus der Jubeltraube. Mit dem Sieg schob sich die Mannschaft in der Tabelle wieder etwas nach oben.
Doch wie war es dazu gekommen: Schon nach dem schnellen 3:0 war klar, hier geht vielleicht heute was. Das Team HandbALL präsentierte sich gallig, mutig und spielfreudig und bot dem ASV direkt zu Beginn mehr als nur Paroli. Zwar glichen die Gastgeber aus Hamm mehrmals aus, zur Führung langte es für das Team von Jamal Naji aber zu keinem einzigen Zeitpunkt der Partie.
So konnten die Gäste, auch wenn es immer mal wieder etwas knapper wurde, den Vorsprung behaupten und phasenweise gar bis auf acht Treffer ausbauen (29:21, 48. Minute), auch weil Hamm in der zweiten Halbzeit elf Minuten lang ohne Treffer blieb. Aber Hamm wäre nicht Hamm, wenn sie in eigener Halle nicht alles versucht hätten. Als der ASV fünf und dreieinhalb Minuten vor Schluss nochmal auf drei Tore verkürzen konnte, war bei den mitgereisten Fans aus Lippe eine gewisse Spannung und Nervosität zu verspüren.
Nicht so bei Björn Piontek: „Ich fand nicht, dass es enger wurde. Wir haben einen gewissen Abstand immer gehalten und ich hatte nicht das Gefühl, dass es noch komplett kippt. Also klar, passiert noch so ein, zwei Tore vom Abstand her etwas, aber ich fand, wir hatten trotzdem immer gute Abschlusschancen, wir haben das richtige gespielt. Also ich habe das nicht als so kribbelig wahrgenommen an der Stelle und deswegen habe ich das, wenn ich ganz ehrlich bin, einfach genossen und habe es mir mit aller Ruhe von draußen angeschaut, was die Jungs da Schönes gemacht haben.“
Nach 60 Minuten gab es einen überzeugenden Sieg zu bejubeln, ein tolles Geschenk zum Fest, welches das Team HandbALL sich selbst machte. „Riesen Kompliment an meine Jungs. Sie sind marschiert, haben sich in den letzten Wochen im Training komplett aufgerieben“, so Piontek weiter. „Wir sind mit einer unfassbaren Mentalität hier aufgetreten. Wir haben uns ganz fest vorgenommen, dass wir hier massiv aufs Tempo drücken wollten, weil uns das einfach sehr viel Sicherheit, Stabilität und einfache Tore gibt. Und auch einfach etwas im Bereich der Mentalität und der Körpersprache macht, wenn Du immer eine Hand dran hast, immer aktiv sein willst, immer nach vorne preschen willst. Das hatten wir uns hier vorgenommen. Dass es heute auf dem Level über die Spielzeit in dieser Atmosphäre so funktioniert, wow, unfassbar gut, darüber dürfen wir uns jetzt richtig freuen. Das sind sicherlich Bonuspunkte, die so ein wenig das ausmerzen, was wir eventuell vorher haben liegen lassen.“
Und auch wenn es nun in die kurze Weihnachtspause geht, verliert Björn Piontek nicht das Ziel aus den Augen. „Wir haben einen sehr gesalzenen Januar und Februar vor uns mit den ganzen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Das hier in Hamm ist sicherlich ein Add-On, aber die Hausaufgaben sind halt die Teams, die noch kommen und das müssen wir unbedingt machen, das müssen wir genauso angehen und dann bin ich da sehr optimistisch, dass wir uns aus dem Keller weiter rausarbeiten. Aber heute sollen die Jungs feiern, das haben sie sich verdient.“
Team HandbALL: Heine, Borreck; Wöffler 4, Herseklioglu 7, Byczek, Kracht 1, Carstensen 1, Puls 7, Bakker 1, Bilanzola 6, Kehrmann 3, Hansen 7/3, Rahmlow, Gogava
Textquelle: Team HandbALL


