Fall Fuhr: Erste konkrete Maßnahmen beschlossen

Blomberg. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe in der „Causa Fuhr“ hat die HSG Blomberg-Lippe im Rahmen der gebotenen Aufarbeitung erste konkrete Maßnahmen beschlossen und mit deren Umsetzung begonnen. Franziska Rautauoma, Leiterin der Geschäftsstelle und Organisation der HSG, wird die notwendigen Strukturanpassungen für die HSG federführend leiten und begleiten.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die HSG den direkten Austausch mit der Anlaufstelle „Anlauf gegen Gewalt“ gesucht und sich mit Expertinnen und Experten von Kreissportbund, Landessportbund und dem Kreis Lippe beraten, schwerpunktmäßig zum Themenkomplex der interpersonellen Gewalt. Diese ersten Schritte seien, so Rautauoma, „sehr wichtig gewesen, um inhaltlich von Fachleuten mehr über interpersonelle Gewalt zu lernen und unterschiedliche Situationen besser einschätzen zu können. Gleichzeitig haben diese Gespräche uns dazu bewogen, mit dem „SOS-Kinderdorf Lippe, Beratung und Treffpunkt Blomberg“ den Kontakt zu suchen, um den in der HSG aktiven Sportlerinnen und Sportlern konkrete Unterstützung in Fällen von physischer, psychischer und sexueller Gewalt anbieten zu können“. Im Rahmen dieser Partnerschaft, so Rautauoma weiter, „werden zeitnah diverse gemeinsame Aktivitäten angeboten werden, so zum Beispiel auch die Einrichtung einer unabhängigen, zur Verschwiegenheit verpflichteten Anlaufstelle“. Diese wird sich sowohl an die Leistungssportlerinnen, als auch an die Mitarbeiter, wie auch an die Aktiven und das Umfeld im Breitensport richten.

„Sind uns unserer Verantwortung sehr bewusst!“

Geschäftsführer Torben Kietsch ergänzt: „Wir sind uns nach den Geschehnissen unserer Verantwortung sehr bewusst und wissen um die enorme Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Es geht jetzt darum, konkrete Instrumente zu etablieren, die unsere Sportlerinnen und Sportler, aber auch unsere Trainer- und Betreuerteams, nachhaltig schützen. Und dies kontinuierlich. Das wird unter anderem mit entsprechenden Seminaren geschehen.“ Gemeinsam mit einer Mentaltrainerin hat die HSG bereits ein erstes Seminar durchgeführt, in Kürze folgt ein weiteres, das sich mit der Thematik der psychischen Gewalt beschäftigt. Es soll unter anderem Trainerinnen und Trainern im Leistungssportbereich Hilfestellungen liefern, etwa um gegebenenfalls notwendige Veränderungen im eigenen Handeln herbeizuführen. Insgesamt sollen sich sowohl die Sportlerinnen und Sportler, als auch die Coaches mit ihren Betreuerteams, möglichst sicher in ihrem Handeln und in der Zusammenarbeit fühlen. Torben Kietsch und Franziska Rautauoma: „Unser Handeln ist darauf ausgerichtet, im Rahmen unserer Verantwortung alles zu unternehmen, dass die HSG sich niemals mehr solchen oder ähnlich gearteten Vorwürfen ausgesetzt sehen muss.“

Zuvor hatte die HSG bereits ihre Sponsoren über die geplanten Aktivitäten informiert. Die HSG setzt in den nächsten Wochen auch auf eine enge Zusammenarbeit mit der vom DHB ins Leben gerufene Kommission, die mit namhaften externen Experten besetzt ist. Unabhängig davon werde die HSG die Ergebnisse dieser Kommission nutzen, um weitere sachliche Konsequenzen für die zukünftige Arbeit zu ziehen: „Es wird Zeit brauchen, bis dieses wichtige Thema aufgearbeitet sein wird. Die HSG wird sich die dafür nötige Zeit nehmen und in diesem Zusammenhang neben dem SOS-Kinderdorf sicherlich auch weitere Kooperationspartner mit ins Boot holen“, so Kietsch und Rautauoma.

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