Blomberg. Zum Auftakt in die Halbfinals der Play-offs traf die HSG an der heimischen Ulmenallee auf den Thüringer HC und gewann ein packendes erstes Duell mit 31:25 (13:10). Beste Werferin vor 1.213 Zuschauern bei den Blombergerinnen war Ona Vegué, die achtmal einnetzte.
Bildquelle: Timon PetersHitzige Halbzeit – HSG erspielt sich die Führung
m fünften Duell der Saison zwischen der HSG Blomberg-Lippe und dem Thüringer HC ging es im ersten Halbfinale um den Einzug ins Finale. Beide Teams kannten sich bestens: Erst kurz zuvor war man im Spiel um Platz drei beim Haushahn Final4 aufeinandergetroffen, das Blomberg für sich entschieden hatte. Zudem hatten beide Mannschaften ihre letzte Ligapartie gewonnen und gingen mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Begegnung.
Blomberg erwischte den deutlich besseren Start. Nieke Kühne zeigte sich früh treffsicher und erzielte direkt zwei Tore, während Torhüterin Melanie Veith mit wichtigen Paraden glänzte. So setzten sich die Gastgeberinnen schnell auf 3:1 ab, begünstigt durch ein hohes Tempo und konsequent ausgespielte Angriffe. Auch im weiteren Verlauf blieb die HSG zunächst tonangebend und erhöhte durch Alexia Hauf auf 4:2. Doch der Thüringer HC ließ sich davon nicht beeindrucken. Vor allem Johanna Reichert übernahm Verantwortung und hielt ihr Team mit sicheren Abschlüssen – insbesondere von der Siebenmeterlinie – im Spiel. Die Partie entwickelte sich früh zu einem intensiven und körperbetonten Duell, in dem beide Teams immer wieder Strafwürfe herausholten und verwandelten. Zwischenzeitlich gelang es dem THC sogar, den Ausgleich zu erzielen.
Blomberg fand jedoch stets die passende Antwort. Kühne und Elín Magnúsdóttir sorgten dafür, dass die Führung zurückerobert wurde. Dennoch schlichen sich auf beiden Seiten immer wieder technische Fehler ein, sodass sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. In dieser Phase rückte vor allem Veith in den Mittelpunkt, die mit mehreren starken Paraden ihrer Mannschaft den Rücken stärkte. Nach rund 15 Minuten reagierte THC-Trainer Herbert Müller mit einer Auszeit, um den Spielfluss der Gastgeberinnen zu unterbrechen. Zwar blieb das Spiel danach ausgeglichen, doch die Abwehrreihen gewannen zunehmend an Stabilität, wodurch klare Torchancen seltener wurden.
Eine wichtige Wendung brachte eine Zeitstrafe gegen den THC, die Elín Magnúsdóttir herausgeholt hatte. Díana Magnúsdóttir nutzte die Überzahl konsequent und brachte Blomberg erneut in Führung. Angetrieben von der lautstarken Kulisse setzte die HSG nach, während Veith mit einer Doppelparade zusätzlich für Auftrieb sorgte. Ein weiterer Siebenmeter für den THC blieb diesmal ungenutzt, da Nicole Roth erfolgreich parierte. In der Schlussphase der ersten Halbzeit konnte sich Blomberg schließlich leicht absetzen. Hauf traf zum 11:9, wenig später wuchs der Vorsprung durch einen verwandelten Siebenmeter sogar auf drei Tore an. Trotz einzelner Chancen auf beiden Seiten blieb es bei diesem Abstand.
Kurz vor dem Pausenpfiff nahm Trainer Steffen Birkner noch einmal eine Auszeit – mit Erfolg: Elín Magnúsdóttir stellte auf 13:10. Ein anschließender technischer Fehler des THC verhinderte eine letzte Ergebniskorrektur, sodass Blomberg mit einer verdienten Drei-Tore-Führung in die Halbzeit ging.
Eiskalte Blombergerinnen nach der Pause
Nach der Pause setzte Trainer Steffen Birkner auf Kontinuität und vertraute weiterhin seiner Startformation, inklusive Torhüterin Melanie Veith. Diese knüpfte nahtlos an ihre starke Leistung aus der ersten Hälfte an und eröffnete den zweiten Durchgang direkt mit einer Parade. Auch offensiv erinnerte der Beginn an die ersten Minuten des Spiels: Nieke Kühne traf sofort, Veith hielt erneut – und Blomberg war wieder voll im Rhythmus. Andrea Jacobsen brachte zusätzlich Tempo ins Spiel, holte einen Siebenmeter heraus, den Laetitia Vegué sicher verwandelte und damit auf 15:10 erhöhte.
Die Gastgeberinnen erwischten damit einen nahezu perfekten Start in die zweite Halbzeit. Zwar konnte Johanna Reichert kurzzeitig verkürzen, doch Blomberg blieb dominant. Kühne setzte Farrelle Njinkeu im Zeitspiel in Szene, die zum 16:11 traf, bevor Maxi Mühlner wenig später sogar die erste Sechs-Tore-Führung markierte. Das Spiel der HSG gewann nun zunehmend an Dynamik: Auf ein Tor der Gäste antwortete Alexia Hauf prompt per Gegenstoß. Wenig später bauten Jacobsen mit einem Rückraumtreffer und ein Ballgewinn von Rüffieux, den Kühne im Tempogegenstoß verwertete, die Führung auf 20:13 aus.
Thüringens Trainer Herbert Müller reagierte mit einer Auszeit, doch auch danach blieb Blomberg zunächst überlegen. Zwar verkürzte der THC zwischenzeitlich, doch Vegué stellte per Siebenmeter den alten Abstand wieder her. Besonders beeindruckend war weiterhin die kompakte Defensive der HSG, die kaum Lücken zuließ. Selbst als der THC auf eine offensive Sieben-gegen-Sechs-Variante umstellte, verteidigten die Gastgeberinnen konsequent und zwangen die Gäste immer wieder zu schwierigen Abschlüssen. Veith blieb dabei ein sicherer Rückhalt und parierte unter anderem erneut gegen Reichert.
Mit der taktischen Umstellung fand der THC zwar vereinzelt bessere Lösungen im Angriff, kam jedoch nicht entscheidend näher heran. Das lag auch daran, dass Blomberg offensiv effizienter blieb. Dennoch sorgten einige technische Fehler der HSG dafür, dass die Gäste mit einem 3:0-Lauf noch einmal verkürzen konnten. Vegué übernahm in dieser Phase Verantwortung, holte einen Siebenmeter selbst heraus und verwandelte ihn sicher.
Wie schon in der ersten Halbzeit reagierte der THC mit einer Manndeckung gegen Kühne, doch erneut nutzte Díana Magnúsdóttir die entstehenden Räume clever aus. So pendelte sich der Vorsprung der HSG in der Schlussphase bei etwa fünf Toren ein. Rund zehn Minuten vor dem Ende nahm Birkner seine zweite Auszeit, doch zunächst verlor sein Team den Ball. In der Defensive erkämpften sich Jacobsen und Kühne diesen jedoch zurück, bevor Díana Magnúsdóttir ins leere Tor traf.
Beim Stand von 27:20 nahm Müller seine dritte Auszeit, doch in der anschließenden Crunchtime zeigte Blomberg keine Schwäche. Vegué und wenig später sogar Veith selbst trafen jeweils ins verwaiste Tor des THC. Zwar konnten die Gäste noch einmal auf 29:22 verkürzen, doch den souveränen 31:25-Heimsieg ließ sich die HSG nicht mehr nehmen. Mit diesem Erfolg im Rücken geht Blomberg selbstbewusst ins Rückspiel beim Thüringer HC.
Stimmen zum Spiel:
„Diese Atmosphäre hat uns heute viel Freude bereitet. Wir haben gut verteidigt und hatten mit Melanie Veith eine sehr starke Torhüterin. Vorne haben wir gute Lösungen gefunden. Natürlich freuen wir uns heute, aber wir wissen auch, dass es nächste Woche einen heißen Tanz geben wird. Dann geht es in Bad Langensalza weiter, und wir werden sehen, ob wir uns noch einmal hier an der Ulmenallee wiedersehen“, ordnet Steffen Birkner die erfolgreiche Halbfinalpartie ein.
Aufstellungen:
HSG Blomberg-Lippe: Veith (1), Lepschi, Roth; Rüffieux (1), Jacobsen (1), D. Magnúsdóttir (3), Kühne (7), Mühlner (2), Vegué (8), Jaron, Bucher (1), Tietjen, Sandberg, Hauf (3), E. Magnúsdóttir (2), Njinkeu (2)
Thüringer HC: Lövgren, Kuske; Heider (2), Holm (1), Guariero (3), Farago (1), Hoffbeck, Aizawa (2), Ott, Szabo (3), Reichert (7), Alarslan, Hanfland (1), Kuczora, De Abreu (5)


