Lemgo. Zum fünften Mal traten die Blombergerinnen in der EHF Champions League an. Zum vierten Heimspiel begrüßte die HSG das dänische Topteam aus Odense. In der Phoenix Contact Arena musste sich die HSG mit 18:35 (10:20) geschlagen geben. Beste Torschützin auf Blomberger Seite war Nieke Kühne mit vier Treffern.
Bildquelle: Timon Peters / HSG Blomberg-LippeTorlose HSG-Anfangsphase sorgt für frühen Rückstand
Steffen Birkner konnte wie in den Spielen zuvor auf den unveränderten Kader setzen und startete in die fünfte Partie mit Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner.
Unter Interimstrainer Mark Strandgaard begannen die Däninnen unter anderem mit Viola Leuchter im rechten Rückraum sowie mit Johanna Bundsen zwischen den Pfosten. Beide Spielerinnen waren zuletzt mit HB Ludwigsburg gegen die Blombergerinnen im Einsatz.
Die ersten zehn Minuten verliefen aus Sicht der HSG alles andere als optimal: In der Defensive bekamen die Gastgeberinnen keinen Zugriff, zudem vergaben sie im Angriff zu viele Chancen. So wurden Würfe von Kühne durch Leuchter geblockt und Magnúsdóttirs Durchbruch von Bundsen pariert. Birkner nahm früh seine erste Auszeit und brachte nach dem 0:5 für Odense Isabelle Axmann für Díana Magnúsdóttir. Axmann erzielte in der elften Minute den ersten Treffer für die HSG. Anschließend präsentierten sich die Blombergerinnen im Angriff effektiver. Neben Axmann trafen nun auch Kühne und Bucher.
Auch dank einer Parade der inzwischen eingewechselten Nicole Roth gegen Vyakhireva fanden die Blombergerinnen ins ersehnte Tempospiel. Magnúsdóttir lupfte den Ball über Bundsen zum 7:12, Njinkeu kam im Gegenstoß zum Abschluss und verkürzte auf 8:12. Daraufhin nahmen die Gäste aus Odense eine Auszeit. Jurenczyk übernahm für Kühne die Defensivaufgaben, während Odense auf das Sieben-gegen-sechs-Spiel setzte. Halilcevic unterbrach den kleinen Lauf der HSG mit einem Treffer von außen gegen Roth. Zudem musste Jurenczyk eine Zeitstrafe hinnehmen. Erstmals agierte die HSG damit in Unterzahl und kassierte nach einem gegnerischen Durchbruch den nächsten Treffer.
Magnúsdóttir setzte sich erneut durch, doch diesmal war Bundsen zur Stelle und verhinderte den zehnten Blomberger Treffer. In der Defensive fehlte weiterhin die letzte Konsequenz. Auch Hauf scheiterte mit ihrem Wurf, als Bundsen weit aus ihrem Tor herauskam. Bucher erzielte per Siebenmeter den letzten Treffer der ersten Halbzeit, sodass es mit einem 10:20-Rückstand in die Kabine ging.
Zu große Hypothek aus der ersten Halbzeit
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen Judith Tietjen, Lilli Röpcke und Laura Rüffieux auf das Spielfeld. Prompt gelang den Blombergerinnen ein Ballgewinn, nachdem Vyakhireva den Ball ins Aus gepasst hatte.
Die Chance, den ersten Treffer der zweiten Halbzeit zu erzielen, blieb jedoch zunächst ungenutzt: Kühne scheiterte am Pfosten, während Roth gegen Halilcevic parierte. Bucher erzielte anschließend den ersten HSG-Treffer nach dem Seitenwechsel. Nachdem Kühne ebenfalls den Pfosten getroffen hatte, stand Röpcke beim Abpraller genau richtig und erzielte das 12:21. In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit kassierten die Blombergerinnen gegen Odense lediglich drei Gegentreffer – auch in Unterzahl, nachdem Röpcke Leuchter nur durch ein Foul stoppen konnte. Roth verhinderte mit einer Parade gegen Maarschalkeweerd einen weiteren Gegentreffer. Auf der anderen Seite schien Bundsen im gegnerischen Tor jedoch weiterhin beinahe unüberwindbar. Zunächst scheiterte Hauf im direkten Duell, anschließend parierte die Schwedin auch Buchers Heber. Gegen Leuchter war wiederum Roth zur Stelle.
17 Minuten vor dem Abpfiff nahm Birkner seine zweite Auszeit. Mit dem Sieben-gegen-sechs-Spiel ging die HSG in die letzte Viertelstunde der Partie. Rüffieux stellte für Magnúsdóttir die Sperre, doch erneut scheiterte die Isländerin an Bundsen. Nachdem zwei Würfe im leeren Tor der HSG gelandet waren, kehrte Roth zwischen die Pfosten zurück. Im Angriff setzte die HSG wieder auf sechs Feldspielerinnen. Bei den Gästen übernahm Yara Ten Holte für Johanna Bundsen die Torhüterposition und stand ihrer Vorgängerin in nichts nach.
Obwohl die HSG defensiv besser agierte als noch in der ersten Halbzeit, vergrößerte sich der Rückstand wieder stetig. Daran änderte auch Kühnes Treffer gegen Ten Holte nichts, mit dem sie die Torhüterin erstmals überwinden konnte. Auch zehn Minuten vor dem Ende fanden die Blombergerinnen nicht zu ihrem eigenen Spiel. Zu viele Fehler wurden von Odense eiskalt bestraft. Díana Magnúsdóttir kehrte auf das Feld zurück, setzte sich direkt durch und traf auch im Anschluss an eine Parade von Roth zum zweiten Mal in Folge.
Die Hypothek aus der ersten Halbzeit erwies sich dennoch als zu groß. So musste die HSG nach einem unglücklichen Nachmittag die fünfte Niederlage in der EHF Champions League hinnehmen.
Stimmen zum Spiel
Steffen Birkner: Odense war heute die bessere Mannschaft und hat mehrere Leistungsklassen über uns gespielt. Wir haben zu viele Würfe nicht aufs Tor gebracht, und gegen einen so starken Gegner wie Odense tut das natürlich weh.
Isabelle Axmann: Wir wollten das Spiel genießen, was bei einem solchen Rückstand natürlich schwierig ist. Es war wieder ein Champions-League-Spiel für uns. Wir können uns nur weiter verbessern und uns als Team weiterentwickeln.
Aufstellungen
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (2), Kühne (4), Mühlner (1), Axmann (3), Bucher (3), Tietjen, Röpcke (1), Hauf, E. Magnúsdóttir (1), Njinkeu (1), Jurenczyk (2)
Odense Håndbold: Bundsen, Ten Holte; Leuchter (3), Fauske (3), Abdulla (3), Vyakhireva (6), Vestergaard (2), Bakkerud (4), Halilcevic (4), Maarschalkeweerd (6), Burgaard (1), Clemmensen, Höjlund, van der Vliet, Jerábková (3)

