Serie! Zwischencheck bei den lippischen Fußball-Teams: TuS Leopoldshöhe

„Mit einem hügeligen Rasenplatz lockt man kein Kind mehr vor dem PC weg!“

Leopoldshöhe (ruko). Nicht gerade gut ist der TuS Leopoldshöhe in die Serie gestartet, musste nach dem 3:1-Auftaktsieg gegen Bentorf/Hohenhausen in eine herbe 1:6-Niederlage gegen Lüerdissen einwilligen. Danach folgte eine überraschende 0:3-Niederlage daheim gegen den TuS Bexterhagen. Auch am 4. Spieltag konnten die Leos nicht punkten, unterlagen 0:3 gegen den TSV Oerlinghausen II. Anschließend lief es dann immer besser beim TuS, der sich nun im oberen Tabellendrittel festgebissen hat. TuS-Spielertrainer Jan Plöger schaut auf die bisherige Saison zurück.

Leopoldshöhes Spielertrainer Jan Plöger wird die Leos wohl auch in der kommenden Saison trainieren.


Wie bewertet ihr, aus eurer Sicht, den bisherigen Verlauf der Saison?

Jan Plöger: Wir haben vor der Saison 5 potenzielle Stammspieler verloren. Es war klar, dass es schwer wird das Niveau der letzten Saison zu halten. Wie die Jungs das allerdings nach einem schwierigen Saisonstart gemacht haben, damit bin ich schon zufrieden.

Was genau lief in der Mannschaft nicht so, wie ihr euch das vorgestellt habt. Woran muss gearbeitet werden?

Jan Plöger: Unsere Kaderbreite war in der Hinrunde einfach nicht gut genug, dadurch hat der Konkurrenzkampf gefehlt und dadurch fehlen in manchen Spielen einfach ein paar Prozent.

„Defensive hat sich gefangen!“

Womit seid ihr bisher zufrieden, was lief gut und auf was lässt sich aufbauen?

Jan Plöger: Mit den Auftritten gegen Ahmsen und Werl Aspe bin ich sehr zufrieden, da haben wir gezeigt, dass wir auch mit den beiden Aufstiegs-Kandidaten mithalten können. Generell hat sich unsere Defensive gefangen und wir stehen deutlich sicherer als zu Saisonbeginn.

Wie haben sich die Neuzugänge bisher bei euch integriert?

Jan Plöger: Als Neuzugänge hatten wir mit Curtis Press und Julian Heimers zwei Jungs aus unserer zweiten Mannschaft. Beide haben sich schnell an das Niveau gewöhnt und sind wichtige Bestandteile unserer Mannschaft.

Welche eurer Spieler haben den größten Sprung in ihrer Entwicklung gemacht?

Jan Plöger: Ich glaube da kann ich jemanden erwähnen, den ich im letzten Winter auch schon hier genannt habe. Ben Rogalski hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Da muss man schon sagen, das macht Spaß ihn zu sehen.

Drei Winterneuzugänge

Sind Winterneuzugänge bei euch geplant?

Jan Plöger: Drei Winterneuzugänge sind bereits fix. Dazu kommen Marian Gamm, der nach langer Verletzung wieder voll im Training ist, und Marc Reh, der zur Vorbereitung auch wieder einsteigen wird. Im Verlaufe der Rückrunde können wir auch wieder auf Jannes und Luis Knecht zurückgreifen. Mit 1 bis 2 Spielern sind wir darüber hinaus noch in Gesprächen.


„Verein plant langfristig mit mir!“

Ist die Trainerfrage für die kommende Saison schon entschieden?


Jan Plöger: Der Verein plant langfristig mit mir und ich fühle mich zu 100% wohl, von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es diesen Sommer auseinander gehen wird. Finale Gespräche stehen allerdings noch aus.

Wie bewertet ihr die Zukunft des Amateurfußball, gerade was die unteren Ligen betrifft?

Jan Plöger: Man sieht immer mehr Spielgemeinschaften, was natürlich an fehlendem Spielerpersonal liegt. Da lässt sich natürlich sofort die Verbindung zur fehlenden Jugendarbeit vieler Vereine ziehen. Es ist halt nicht mehr wie früher. In meiner Kindheit war ich jede freie Minute auf dem Sportplatz. Da gab es noch keine Playstation, Xbox und andere Medien. Heutzutage ist es schwieriger die Kinder an den Fußball zu binden, und gerade für Vereine, die über keinen Kunstrasenplatz verfügen, ist es fast unmöglich eine gute Jugend aufzubauen. Die Ansprüche der Kinder sind auch gestiegen, da lockt man mit einem hügeligen Rasenplatz keinen mehr vor dem PC weg. Die Vereine, aber auch die Eltern sind gefordert gute Angebote zu schaffen bzw. wahrzunehmen. Andererseits sehe ich auch viele erfreuliche Sachen. Beim VfL Lieme oder in Bavenhausen wird wieder versucht eigenständig im Amateurfußball zu bestehen. Da ziehe ich meinen Hut.

Wer holt sich den Meistertitel in dieser Saison in der Lemgoer Kreisliga A?

Jan Plöger: Der TuS Ahmsen wird Meister. Werl Aspe mag den breiteren Kader haben, aber qualitativ, wenn die Seiferts, Lehbrink, Pluskat und Schröder fit bleiben, stellt Ahmsen die bessere Mannschaft.

Jan, wir danken für dieses Gespräch!