Sieg in Dresden: TBV zum 3. Mal in Folge im Pokal-Viertelfinale!

Dresden, 21. Dezember 2022. Lange war es ein hartes Stück Arbeit, doch ein 5:0-Lauf binnen fünf Minuten und eine griffigere Abwehr ebnen schließlich den Weg ins Viertelfinale: Bei Zweitligist HC Elbflorenz beweist der TBV Lemgo Lippe nach dem Seitenwechsel ein reißfestes Nervenkostüm, macht beim 32:27 (17:16) in der Schlussphase frühzeitig Nägel mit Köpfen – und zieht zum dritten Mal in Folge im DHB-Pokal in die Runde der letzten Acht.

Tim Suton und der TBV haben nach dem Sieg in Dresden das DHB-Pokal-Viertelfinale erreicht.

Der momentan Tabellenzwölfte der 2. Liga hatte die Partie im Vorfeld zum größten Spiel in der noch jungen Vereinshistorie (2006 gegründet) auserkoren. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie war die Dresdener Ballsport-Arena mit 2585 Zuschauern ausverkauft, auch einige Lemgoer Fans hatten ihre Mannschaft in die sächsische Landeshauptstadt begleitet. Und den Sachsen, die in der Liga zuletzt fünf Siege in Serie verbuchen konnten, schien die schmucke Heimkulisse zu beflügeln. Das Team von Rico Göde bot dem Favoriten aus Lippe von Beginn an gehörig die Stirn – das zeigten allein acht Führungswechsel in Halbzeit eins.

Den Auftaktkracher von Emil Buhle Laerke konterten die Sachsen mit schnörkellos vorgetragenen Angriffsvorträgen, die Elbflorenz‘ Rückraumshooter Ivar Stavast in der Anfangsphase nach vier Minuten zur ersten Führung vollendete (2:3). Seine ganze Klasse demonstrierte der TBV hingegen bei der zweiten Welle: Immer wieder blieben die Lipper nach Gegentoren auf dem Gaspedal und nutzten die anfängliche Unordnung im gegnerischen Rückzug für postwendende Antworten. Nachdem Lukas Zerbe in einem Gegenstoß an HC-Keeper Marino Mallwitz gescheitert war, blieb der TBV-Kapitän nach einem unglücklichen Treffer im Gesicht zunächst liegen und bekam eine Pause. Bobby Schagen fügte sich mit seinem Tor zur erneuten Führung (4:3) nahtlos ein. Doch der Underdog zeigte sich bei Lemgoer Positionsangriffen stets auf der Hut und drängte den TBV immer wieder an den Rand des Zeitspiels. In der Abwehr bekamen die Lemgoer kaum mal eine Hand dazwischen, vorne scheiterte Samuel Zehnder vom Punkt an HC-Keeper Mallwitz (10.). Nach einer Zecher-Parade war der Schweizer aber wieder zur Stelle und brachte den TBV wenig später wieder mit 8:7 in Führung.

Doch auch Zeitstrafen gegen Isaias Guardiola und Frederik Simak brachten den Favoriten aus dem Lipperland in dieser Phase immer wieder aus dem Rhythmus – und in der ein oder anderen Szene erwies sich auch das Aluminium als Spielverderber. Nachdem Gedeón Guardiola den TBV mit seinem zweiten Tor kurz vor der Pause mit 16:15 in Führung gebracht hatte, unterlief Niels Versteijnen kurz darauf ein folgenschwerer Fehlpass in die Arme des Gegners, der den Gegenstoß zum erneuten Ausgleich nutzte. Der junge Niederländer machte seinen Fehler im Gegenzug aber wieder wett, sein dritter Treffer markierte die 17:16-Halbzeitführung – weil Zehnder mit der Pausensirene auch den zweiten Strafwurf gegen den stark aufgelegten Marino Mallwitz (30 Prozent gehaltene Bälle) vergab.

In den ersten Minuten des zweiten Durchgangs bot sich den Zuschauern zunächst ein ähnliches Bild. Dass beim Stand von 19:19 ein vermeintliches Foulspiel an Frederik Simak nicht geahndet worden war und Elbflorenz wieder in Front ging, missfiel Florian Kehrmann gehörig. Lemgos Coach sah gelb, und zu allem Übel bekam der TBV noch eine Zeitstrafe aufgebrummt. Der Zweitligist witterte seine Chance – und erspielte sich auch mit Lemgoer Schützenhilfe einen Drei-Tore-Vorsprung (19:22). Lemgo schüttelte sich kurz. Mit zwei verwandelten Strafwürfen brachte TBV-Kapitän Lukas Zerbe sein Team zurück ins Spiel – und Bronko Ristovski, der Finn Zecher in der 24. Minute abgelöst hatte, stand in der entscheidenden Phase mehrfach goldrichtig und ließ das Pendel zugunsten des Favoriten ausschlagen. Aber auch in der Deckung suchte der TBV nun konsequenter die Zweikämpfe.

Ein Lemgoer 5:0-Lauf binnen fünf Minuten ließ die Dresdener Träume von einer Sensation platzen. Zeitstrafen gegen den Zweitligisten spielten den Lippern in die Karten, die fortan nichts mehr anbrennen ließen – und am Ende den dritten Pokal-Viertelfinaleinzug in Folge bejubelten.

TBV-Trainer Florian Kehrmann: „Es war heute der erwartet heiße Kampf in einer tollen Atmosphäre. Dresden hat mit viel Selbstvertrauen gespielt, gerade in der ersten Halbzeit. Wir haben uns schwergetan, in die Abwehr zu kommen und das Spiel zu bestimmen. Ab der 45. Minute haben wir dann sehr gut Abwehr gestellt, sie vor viele Aufgaben gestellt und dadurch Fehler erzwungen. So ist der Sieg auch verdient und wir sind sehr froh, in die Runde der letzten Acht eingezogen zu sein. Es war eine schwere Aufgabe, die wir gut gelöst haben, ähnlich wie in Hamm. Jetzt können wir kurz Weihnachten feiern und dann geht’s volle Kapelle ins letzte Spiel in diesem Jahr.“

TBV Lemgo Lippe: Zecher (4 Paraden), Ristovski (8 Paraden); Hutecek (2), Zehnder (6), Brosch (1), I. Guardiola, Simak (3), Laerke (5), Schagen (5), Blaauw, Schwarzer, Suton, Zerbe (2/2), Versteijnen (3), G. Guardiola (3)

HC Elbflorenz 2006: Mallwitz (11/2 Paraden), Noack; Zobel (7), Wucherpfennig (2/1), Niestroj, Emanuel, Stolze, Buschmann, Dumcius (1), Kretschmer (3), Jungemann (4), Stavast (4), Gress (5), Vanco (1), Klepp, Wellner