Verdienter Auswärtssieg in Stuttgart: TBV gewinnt 30:27

Stuttgart. Der TBV Lemgo Lippe hat in der Opel Handball-Bundesliga einen Auswärtserfolg eingefahren. In der Porsche-Arena setzte sich der TBV am Sonntagnachmittag nach einer leidenschaftlichen Leistung mit 27:30 (15:16) beim TVB Stuttgart durch. Niels Versteijnen führte die Lipper mit acht Treffern und sieben Assists im Angriff an, während Domenico Ebner im Tor nach seiner Einwechslung mit elf Paraden zum entscheidenden Faktor wurde. Damit schließt der TBV die englische Woche mit 4:0-Punkten ab und macht einen großen Satz in der Tabelle.

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Klasse Partie von TBV-Keeper Domenico Ebner, der mit zwölf Paraden glänzt.

Ein schöner Anblick bot sich bereits beim Warm-up: TBV-Rechtsaußen Bobby Schagen wärmte sich wieder mit der Mannschaft auf, auch wenn es am Sonntagnachmittag noch nicht für den Sprung in den Kader reichte. Nicht zur Verfügung standen weiterhin Jan Mudrow und Tim Suton. Auch Len Kehrmann war nicht Teil des Lemgoer Aufgebots, da er mit dem Team HandbALL in der 3. Liga gefordert war.

Nur ein Punkt trennte beide Mannschaften vor dem Anpfiff. Entsprechend hatte Florian Kehrmann ein enges Duell erwartet, und genau das bekamen die 4.975 Zuschauer in der Porsche-Arena zu sehen. Die ersten Minuten verliefen völlig ausgeglichen. Stuttgart fand vor allem über Neuzugang Mohamed Amine Darmoul in die Partie, der die Lemgoer Deckung mit seiner Dynamik vor Probleme stellte. Der TBV setzte im Angriff erneut auf das klassische Spiel mit Kreisläufer und kam damit immer wieder über Joel Willecke und Adam Nyfjäll zum Erfolg. Bis zum 5:5 in der elften Minute leisteten sich beide Teams kaum Fehler, weshalb Constantin Möstl und TVB-Keeper Mohamed El-Tayar zunächst noch kein Faktor waren. Nach El-Tayars erster Parade ließ sich der TBV jedoch nicht beirren. Nyfjäll brachte die Lipper in der 16. Minute wieder mit 8:7 in Führung. Darmoul hielt die Gastgeber mit seinen Treffern vier und fünf im Rennen und traf zum 10:10 (19.). Domenico Ebner kam für Möstl zwischen die Pfosten, während vorne Niels Versteijnen Verantwortung übernahm. Der Rückraumspieler erzielte zunächst selbst das 12:11 (22.) und bereitete wenig später Nyfjälls Treffer zum 13:11 mustergültig vor. Obwohl der TBV bis dahin noch auf seine erste Torhüterparade wartete, behauptete er die Führung. Ebner gelang dann ein wichtiges Zeichen: In der 24. Minute parierte er erstmals, im direkten Anschluss hielt er auch gegen den ehemaligen Lemgoer Patrick Zieker. Der TBV blieb spielbestimmend, ließ Stuttgart durch einige eigene vergebene Chancen aber in Schlagdistanz. Stuttgart verkürzte vor der Pause noch einmal, doch Lemgo nahm eine verdiente 15:16-Führung mit in die Kabine.

Die Gastgeber eröffneten den zweiten Abschnitt mit zwei technischen Fehlern, doch der TBV konnte diese zunächst nicht nutzen. Dennoch blieb der TBV stabil und überstand in der Folge eine schwierige Phase: In doppelter Unterzahl schnappte sich Christian O’Sullivan den Ball und traf zum 18:15 (35.). Wenig später ließ Stuttgart einen Siebenmeter in doppelter Überzahl liegen, ehe Lenny Rubin mit seinem ersten Treffer auf 20:17 erhöhte (38.). Ebner steigerte sich immer weiter, parierte seinen sechsten Wurf und leitete Wanners Treffer zum 22:18 ein (39.). Nach 45 Minuten standen beim TVB bereits 13 technische Fehler zu Buche, während der TBV nur vier verzeichnete. Beim 24:22 in der 47. Minute schöpfte Stuttgart nach zwei schnellen Treffern neue Hoffnung. Versteijnen antwortete jedoch sofort und sorgte mit seinem siebten Tor zum 25:22 für Ruhe in der Porsche-Arena. Dennoch wuchs der Druck: Die Stuttgarter Torhüter wurde nun ebenfalls stärker, während Ebner auf der Gegenseite weiter wichtige Würfe entschärfte. Beim 25:24 war der TVB wieder in Schlagdistanz, ehe die Gastgeber im Sieben-gegen-Sechs durch Torben Matzken zum 26:26 ausglichen (53.).

Der TBV bewahrte in der heißen Schlussphase jedoch die Nerven. Versteijnen brachte seine Mannschaft mit seinem achten Treffer wieder 28:26 in Führung (56.). Ebner parierte anschließend gegen Zieker und später auch gegen Kai Häfner. O’Sullivan machte mit seinem Treffer ins leere Tor zum 29:26 in der 58. Minute den Deckel drauf. Den Schlusspunkt setzte ausgerechnet der frühere Stuttgarter Lenny Rubin mit dem Treffer zum 30:27-Endstand.

Durch den Auswärtssieg springt der TBV Lemgo Lippe in der Tabelle mit nun 8:6-Punkten auf Rang 7 und macht damit innerhalb von wenigen Tagen sieben Plätze gut. Weiter geht es für die Lipper nächste Woche Sonntag mit einem weiteren Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin. Anwurf in der Max-Schmeling-Halle erfolgt um 18 Uhr.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir haben heute eine sehr leidenschaftliche Abwehrleistung gezeigt und es immer wieder geschafft, die Lücken zu schließen, die Stuttgart mit großer Qualität gerissen hat. In der zweiten Halbzeit kam dann eine Torhüterleistung dazu, die am Ende den Unterschied gemacht hat. Offensiv haben wir gerade in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, auch wenn wir drei oder vier freie Chancen liegengelassen haben. Trotzdem waren wir im Spiel und sogar in Führung.

Entscheidend waren dann diese kleinen Momente, zum Beispiel die Ballgewinne von Christian O‘Sullivan in Unterzahl. Solche Aktionen helfen uns, als Mannschaft zu wachsen und gemeinsam zu kämpfen. Stuttgart hat uns mit dem konsequenten Sieben-gegen-Sechs vor große Aufgaben gestellt. Wir haben aber in der Abwehr gute Lösungen gefunden und mussten nicht jedes Mal selbst zwingend ein Tor erzielen. Als Stuttgart noch einmal herankam, sind wir vorne konsequent geblieben, haben nachgelegt und die Ruhe bewahrt. Deshalb ist der Sieg verdient, gegen eine wirklich gute Stuttgarter Mannschaft.“

TVB Stuttgart vs. TBV Lemgo Lippe 27:30 (15:16)

TVB Stuttgart: Kornecki (4 P.), El-Tayar (4 P.); Darmoul (7), K. Häfner (6), Thorsen Lien (4), M. Häfner (3), Matzken (3), Mengon (2), Heydecke (1), Schmid (1), Zieker (1), Ahouansou, Sanz de Nicolas, Meyer, Donker, Nigg

TBV Lemgo Lippe: Ebner (11 P.), Möstl; Versteijnen (8), Nyfjäll (5), Zehnder (4), O’Sullivan (4), Wanner (3), Willecke (2), Rubin (2), Hutecek (1), Wagner (1), Theilinger, Carstensen, Valkovskis

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