„Freuen uns auf ein riesiges Handballfest“

TBV empfängt als Tabellenvierter den amtierenden Meister

Lemgo. Mit jeweils fünf Siegen in Serie gehen der TBV Lemgo Lippe und der SC Magdeburg am kommenden Samstag, den 31. Oktober, in ihre Begegnung. Beim Aufeinandertreffen des Tabellenvierten mit dem Tabellenzweiten am 11. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga sind die Rollen im Vorfeld dennoch klar verteilt. Wenn das Spiel um 20 Uhr angeworfen wird, kann sich der TBV jedoch auf die Unterstützung eines ausverkauften Hauses in der Phoenix Contact-Arena verlassen. Ziel ist es, an die Sensation aus dem April anzuknüpfen und dem deutschen Meister erneut die Stirn zu bieten.

Bildquelle: Matthias Wieking
Für Christian O’Sullivan kommt es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub.

Der SC Magdeburg reist als amtierender Deutscher Meister und Top-Favorit nach Lemgo. Trotz eines harten Auftaktprogramms hat der SCM seine Rolle bislang eindrucksvoll bestätigt: Nach neun Siegen aus zehn Bundesliga-Partien steht das Team von Trainer Bennet Wiegert mit 18:2 Punkten auf Rang zwei, nur einen Zähler hinter dem THW Kiel. Zuletzt gewann Magdeburg bei den Rhein-Neckar Löwen deutlich mit 31:23 und feierte den fünften Ligasieg in Folge.

Bennet Wiegert geht in sein elftes Jahr als Trainer mit einem bewusst verkleinerten Kader in die Saison. Statt 19 Spielern stehen nun 17 im Aufgebot und erstmals seit langem haben mit Malte Elze und Tim Thielicke wieder zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in den Profikader geschafft. Der größte personelle Einschnitt betrifft das Tor: Mit Sergey Hernandez verließ ein fester Garant der Titelmannschaft den Verein. Doch mit Matej Mandic und dem vom VfL Gummersbach verpflichteten Dominik Kuzmanovic hat der SCM zwei starke, zudem kroatische Landsleute als Ersatz. Kuzmanovic lag in der vergangenen Bundesliga-Saison mit einer Fangquote von 31,16 Prozent sogar knapp vor Hernandez (30,44 Prozent).

Das Paradestück des SCM bleibt dennoch der eingespielte Rückraum. Felix Claar, Gísli Kristjansson sowie Omar Ingi Magnusson im Wechsel mit Albin Lagergren gelten als das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Hinzu kommen Philipp Weber, Magnus Saugstrup und die erfahrenen Außen. Ein Kader, an dem trotz sieben Abgängen weiterhin kein Weg vorbeiführt, wenn es um die großen Titel geht.

„Ich weiß, dass Bennet Wiegert seine Mannschaft wieder sehr fokussiert nach Lemgo schicken wird“, erwartet TBV-Trainer Florian Kehrmann eine der wohl schwersten Heimaufgaben der Saison. „Es wird darum gehen, sehr viele Eins-gegen-Eins-Situationen zu bestreiten. Das Spiel von Magdeburg ist darauf aufgebaut, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff immer wieder diese Zweikämpfe zu bestreiten. Sie werden viel Druck auf unseren Angriff ausüben und versuchen, uns viele Fallen zu stellen. Da gilt es, sehr geduldig zu spielen und auf unsere Chance zu warten. Hinten wird es darum gehen, natürlich die Räume und die Kreise von Gísli Kristjansson, Felix Claar, Ómar Ingi Magnússon und auch Albin Lagergren zu schließen. Diese werden immer wieder von sehr körperlich präsenten Kreisläufern unterstützt, die auch Lücken für die Rückraumspieler wegsperren wollen.“

Sportlich ist Magdeburg aktuell kaum zu stoppen: Siege gegen Kiel, Erlangen, Stuttgart und zuletzt die Rhein-Neckar Löwen unterstreichen die Ambitionen. Auch in der EHF Champions League gewann der SCM bislang alle sechs Spiele.

Gegen den TBV konnten die Magdeburger in der Liga die letzten 13 Spiele allesamt siegreich gestalten. Im DHB-Pokal glückte den Lippern jedoch zuletzt im Spiel um Platz 3 die Sensation.

„Wir haben uns in den letzten Wochen ein echtes Highlightspiel erkämpft – mit tollen Ergebnissen und guten Leistungen. Uns alle erwartet eine sehr intensive Partie. Es wird auf viele Kleinigkeiten ankommen. Wir freuen uns auf ein riesiges Handballfest in Lemgo. Und jeder, der in die Halle kommt, muss dieses Prozent mehr draufpacken, um den deutschen Meister wirklich ärgern zu können“, appelliert Kehrmann an die Fans.

Geleitet wird die Begegnung vom Schiedsrichtergespann Fabian Baumgart und Philip Dinges. Aktuell sind noch knapp 50 Stehplatzkarten erhältlich, ehe die Phoenix Contact-Arena zum ersten Mal in dieser Saison restlos ausverkauft sein wird. Die Abendkasse öffnet am Spieltag mit Hallenöffnung um 18:30 Uhr. Dyn überträgt das Spiel ab 19:45 Uhr als Topspiel des 11. Spieltags live.

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