Lemgo. Große Emotionen prägten das Heimfinale des TBV Lemgo Lippe in der DAIKIN Handball-Bundesliga: Mit einem verdienten 30:28 (18:17)-Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig verabschiedete sich der TBV am Mittwochabend vor heimischer Kulisse und ließ sich anschließend ausgelassen von seinen Fans feiern.
Bildquelle: Cohen/TBV Lemgo LippeDie Gefühlslagen nach Abpfiff hätten dabei kaum unterschiedlicher sein können: Während der Großteil der 4.520 Fans in der ausverkauften Phoenix Contact-Arena jubelte und ihr Team ausgelassen feierten, war die Enttäuschung auf Seiten der Gäste aus Sachsen unübersehbar. Durch die Niederlage am 33. Spieltag steht der Abstieg des SC DHfK Leipzig in die 2. Bundesliga nun endgültig fest.
Doch von vorn: Personell hatte sich die Lage beim TBV im Vergleich zum Spiel in Eisenach wieder entspannt. Sowohl Bobby Schagen als auch Constantin Möstl kehrten in den Kader der Lipper zurück. Ergänzt wurde das Aufgebot erneut durch Unterstützung aus dem Team HandbALL: Mit Len Kehrmann und Moritz Sundermann standen wieder zwei Nachwuchsspieler im Kader.
Von einer fehlenden Motivation trotz des bereits nahezu besiegelten Abstiegs war bei Leipzig allerdings nichts zu spüren. Mit einer kompromisslosen Abwehr und einem spielstarken Dean Bombac setzten die Gäste dem TBV in den Anfangsminuten deutlich zu und nahmen dem Angriff zunächst den Rhythmus (6., 3:5). Auch eine frühe Auszeit von Trainer Florian Kehrmann brachte zunächst nicht die erhoffte Wende (9., 6:9). Nach einem zwischenzeitlichen 8:12-Rückstand steigerten sich die Lemgoer jedoch spürbar, agierten in der Defensive deutlich aggressiver und konnten sich dabei auf einen überragenden Constantin Möstl verlassen. Mit seiner sechsten Parade leitete der Österreicher beim 14:14 (24.) die Wende ein und kam am Ende auf eine starke Quote von 67 Prozent gehaltener Bälle. In einer zunehmend intensiven und hitzigen Partie bewahrte im Angriff vor allem Joel Willecke die Übersicht. Der Schweizer traf nicht nur dreimal selbst, sondern erarbeitete zudem zahlreiche Siebenmeter. Diese nutzte sein Landsmann Samuel Zehnder sicher und stellte auf 17:15 (28.). Mit einer knappen 18:17-Führung ging der TBV schließlich in die Halbzeitpause.
Auch im zweiten Durchgang setzte Möstl seine starke Vorstellung nahtlos fort. Beim Stand von 23:21 (42.) hatte der Schlussmann bereits elf Paraden gesammelt. Als Zehnder kurz darauf erneut vom Siebenmeterstrich traf und auf 24:21 stellte (45.), schien sich der TBV erstmals ein kleines Polster verschaffen zu können. Leipzig kämpfte sich jedoch mit viel Einsatz zurück und glich mit einem 3:0-Lauf wieder aus (48., 24:24).
Getragen von der lautstarken Kulisse übernahm der TBV anschließend wieder die Kontrolle. Niels Versteijnen stellte mit seinem Treffer zum 29:26 (55.) die Weichen auf Heimsieg. Zwar brachte der starke, künftige Lemgoer Domenico Ebner mit einer sehenswerten Parade noch einmal Spannung in die Schlussphase (58., 29:28), doch 30 Sekunden vor dem Ende behielt erneut Zehnder vom Punkt die Nerven und besiegelte mit dem 30:28 den verdienten Erfolg. Bester Werfer des TBV war Versteijnen mit acht Treffern.
Durch den Erfolg verteidigt der TBV auch einen Spieltag vor dem Saisonende mit nun 40:26-Punkten den sechsten Platz vor der MT Melsungen (38:26-Punkte). Weiter geht es für den TBV am kommenden Sonntag (7.6., 15 Uhr) mit dem Saisonfinale in der Merkur Ostseehalle. Dort treffen die Lipper am 34. Spieltag auf den Tabellenfünften, THW Kiel, der am Nachmittag überraschend bei GWD Minden verlor. Mit einem Sieg in Kiel könnte der TBV seine starke Saison sogar noch mit Platz 5 küren.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „So stellt man sich das vor: ein heißer Kampf, die Halle ist nochmal explodiert. Wir haben alles reingepackt, taktisch mit vier Rückraumspielern, Spiel mit dem Kreisläufer, Sieben gegen Sechs. Wir mussten irgendwo auch ein paar Spieler durchspielen lassen, weil es dann doch sehr intensiv war mit vielen Zweikämpfen. Letztendlich ist das, glaube ich, auch eine Qualität der Mannschaft, so ein Spiel zu Hause mit den Fans und mit der Unterstützung zu Ende zu bringen. Ich glaube auch, am Ende verdient. Jetzt sind wir sehr, sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Und wir fahren mit breiter Brust nach Kiel. Da geht es um den fünften Platz, und das werden wir angehen und alles reinpacken.“
TBV Lemgo Lippe – SC DHfK Leipzig 30:28 (18:17)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (14 P.), Kastelic; Hutecek, Theilinger 1, Zehnder 5/5, Simak 1, Schagen, Carstensen 3, Nyfjäll, Suton 2, Willecke 4, Versteijnen 8, Wagner 1, Faust 5, Sundermann, Kehrmann
SC DHfK Leipzig: Ebner (11 P.), Mrkva; Piroch 2, Krzikalla 1, Binder 3, Klima 2, Mamic, Khairi Nasralla 2, Peter 2, Preuss 1, Gauer, Semper 5, Rogan 3, Hinriksson 5/1, Bombac 2, Koschek






