Alltag in den DRK-Geflüchtetenunterkünften

DRK-Präsident Dr. Reiner Austermann (vierter v.l.) zusammen mit Mitarbeitern der lippischen Geflüchtetenunterkünfte.

Lippe. Seit einigen Wochen betreibt das DRK in Lippe Geflüchtetenunterkünfte in Detmold und Lage. Eine weitere Unterkunft in Lage-Müssen ist eingerichtet und steht für die Aufnahme von Geflüchteten bereit, sobald die Kapazitäten im Schulzentrum am Werreanger erschöpft sind. DRK-Präsident Dr. Reiner Austermann nutzte nun die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Einrichtungen zu machen und mit den Mitarbeitenden zu sprechen.
Die Leitungskräfte der Einrichtungen führten Austermann durch die Räumlichkeiten und berichteten von der Stimmung, von ihren Erlebnissen mit den BewohnerInnen und vermittelten ihm ein Bild von deren Gefühlslage und vom Umgang miteinander. Auch die Herausforderungen der täglichen Arbeit kamen zur Sprache: Gerade am Vormittag werden viele unterschiedliche Anfragen in kurzer Zeit an das Betreuungsteam gestellt. Dieses ist zu jeder Zeit erster Ansprechpartner für alle Fragen – aber nicht immer zuständig für deren Umsetzung. Also müssen Anfragen vermittelt und Termine vereinbart werden. Letztlich ist immer der Faktor Zeit das Nadelöhr, bestätigt auch Caroline Fechner, DRK-Koordinatorin der Geflüchtetenunterkunft Detmold. „Die Reaktionszeit, die wir für die unterschiedlichen Belange der Bewohner haben, ist mitunter richtig kurz“, beschreibt Fechner die tägliche Arbeit.
Besondere Wünsche der Mitarbeitenden für die Unterkünfte kamen beim Besuch Austermanns nicht zu kurz – so bat der Einrichtungsleiter aus Lage, Thomas Ludewig, um Schwimmbekleidung und Eintrittsgelder für die Kinder und Jugendlichen. „Die Freibadsaison steht vor der Tür und das Schwimmbad liegt in Sichtweite. Die Kinder aus unserer Unterkunft schauen oft sehnsüchtig rüber zum Freibad. Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, ein paar sorglose Nachmittage im Schwimmbecken zu verbringen“, erklärte er. Austermann sagte kurzerhand die finanzielle Unterstützung hierfür zu.
Auch in Detmold wurden die Wünsche des Einrichtungsleiters Karim Suleiman aufgenommen: Ein Sommerfest für die Geflüchteten soll es werden. „Eine Gelegenheit, um die Sorgen kurzfristig vergessen zu können“ wünscht sich Suleiman für die Ukrainerinnen und Ukrainer. Für die BewohnerInnen aller DRK-Unterkünfte werden darüber hinaus fortlaufend weitere Angebote zur Freizeitgestaltung entwickelt.