Förderung rechenschwacher Grundschüler

Bereiten Lehrer auf ihre Aufgabe als FöRSchl-Fachkraft vor: Ute Bicker, Prof. Dr. Andrea Peter-Koop und Saskia Frei-Klages (v.l.).

Lippische Fortbildungsreihe geht in die vierte Runde –

Lippe. Wenn selbst einfache Matheaufgaben unlösbar scheinen, nagt das am Selbstbewusstsein von Schülern. Mit Kenntnis der richtigen Rechenstrategie kann vielen Kindern geholfen werden, Schwierigkeiten beim Rechnen zu überwinden. Um betroffene Schüler bereits in der ersten Klasse zu erkennen und gezielt zu fördern, startet nun die vierte Fortbildungsreihe „Förderung rechenschwacher Schülerinnen und Schüler im Kreis Lippe“ (FöRSchL). Diese richtet sich an Grundschullehrkräfte des Kreises und wird vom Regionalen Bildungsnetzwerk Lippe, dem Schulamt für den Kreis Lippe, dem Kompetenzteam und der Regionalen Schulpsychologischen Beratung angeboten.
Gemeinsames Ziel der Kooperationspartner ist es, dass an jeder lippischen Grundschule mindestens eine FöRSchL-Lehrkraft arbeitet. Deshalb führt Prof. Dr. Andrea Peter-Koop vom Institut für Didaktik der Mathematik der Universität Bielefeld die einjährige Fortbildungsreihe durch. Sie schult die Lehrkräfte in der Diagnostik und der Entwicklung von individuellen Förderplänen. „Indem die FöRSchL-Lehrkräfte Schüler mit Rechenschwierigkeiten bereits in der ersten Klasse erkennen und fördern, geht so wenig Zeit wie möglich verloren. Es ist viel sinnvoller, früh in Prävention zu investieren als später in Therapien“, ist sich Saskia Frei-Klages, Teamleiterin Regionales Bildungsnetzwerk, sicher. „Außerdem ist die Nachhaltigkeit der frühen Förderung dadurch gesichert, dass die Kinder über die ganze Grund-schulzeit hinweg begleitet werden.“
Die Anzahl der Kinder mit einer echten Rechenschwäche ist verschwindend gering. Den meisten Kindern mit Rechenschwierigkeiten kann durch die richtige Förderung geholfen werden. „Jede ausgebildete FöRSchL-Lehrkraft fördert Jahr für Jahr jeweils Gruppen von vier Schülern. Dadurch konnten über die Jahre die Kompetenzen und damit das Selbstbewusstsein von etlichen Kindern verbessert werden. Jedes einzelne Kind ist uns dabei wichtig“, betont Ute Bicker, Schulrätin für den Kreis Lippe.
Die FöRSchL-Fortbildungen werden bereits seit dem Schuljahr 2010/11 im Kreis Lippe angeboten. Seitdem wurden in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld über 60 Lehrkräfte geschult.
Fragen zum FöRSchL-Projekt beantwortet Beate Wehmeyer unter b.wehmeyer@kreis-lippe.de oder Tel. (05231) 62 4800.