Im Jahr 2021 gab es im Kreis Lippe deutlich weniger Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen. Foto: AOK/hfr.

Lippe. Der Krankenstand bei den rund 60.444 versicherten Arbeitnehmern der AOK NordWest ist im Jahr 2021 auf 5,6 Prozent gesunken, in 2020 betrug der Wert 5,7 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der AOK NordWest hervor. „Damit sind die Fehlzeiten im Kreis Lippe leicht gesunken“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner bei der heutigen Vorstellung des Berichts für den Kreis Lippe.
Der Rückgang bei den Fehlzeiten im Kreis Lippe in 2021 ist vor allem auf deutlich weniger Krankschreibungen wegen Erkrankungen des Atmungssystems zurückzuführen. Husten, Schnupfen, Bronchitis und andere Erkältungskrankheiten verursachten 0,1 Prozent weniger Arbeitsausfall als noch 2020 und 0,2 Prozent weniger als 2019 vor der Pandemie.

Weniger Atemwegserkrankungen

„Hauptverantwortlich für den starken Rückgang der Atemwegserkrankungen dürfte das Ausbleiben der sonst üblichen Erkältungswelle in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 gewesen sein. Die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben offenbar gewirkt und auch die Übertragungen anderer Infektionskrankheiten verhindert“, sagt Wehmhöner.
So lag der Anteil der Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen an allen AU-Fällen 2021 nur bei 18,1 Prozent. In 2020 hingegen lag der Anteil noch bei 20,9 Prozent. Vor der Pandemie in 2019 lag der Anteil sogar bei 23,7 Prozent.
Die Erwerbstätigen im Kreis Lippe fehlten im letzten Jahr durchschnittlich an 20,6 Tagen im Job. Im Branchenvergleich gab es die höchsten Fehlzeiten im Bereich Energie/Wasser/Entsorgung/Bergbau (7,3 Prozent). Die niedrigsten Fehlzeiten gab es im Bereich Banken/Versicherungen (3,5 Prozent).
Bezogen auf die Anzahl der AU-Tage waren die vier häufigsten Krankheitsarten in 2021: Muskel- und Skeletterkrankungen mit 21,9 Prozent, psychische Erkrankungen (11,2 Prozent), Atemwegserkrankungen (10,7 Prozent) und Verletzungen (7,1 Prozent).