Die Preisträgerinnen und Preisträger des Sternheimpreises: Der Soziale Mittagstisch Lemgo und die ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen und -helfer der Lemgoer Ortsgruppe des DRK.

Lemgo. In der vergangenen Woche wurde der Sternheimpreis der Alten Hansestadt Lemgo vergeben. Mit dem Sozialen Mittagstisch und den Flüchtlingshelferinnen und -helfern des DRK wurden in diesem Jahr zwei Organisationen ausgezeichnet. Beide Gruppen haben sich mit ihrem ehrenamtlichen Wirken bedeutend für die Alte Hansestadt eingesetzt.
Bürgermeister Markus Baier begrüßte die Geehrten und Ehrengäste im Gemeindehaus St. Marien. In ihren Reden hoben der Bürgermeister und Bernd Dabrock, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lemgo, den unersetzlichen Wert des Ehrenamts für das Gemeinwohl hervor. So blieben ehrenamtliche Helferinnen und Helfern häufig im Hintergrund und würden übersehen, umso wichtiger sei es, ihnen für ihren Einsatz zu danken.
Mit dem Sternheimpreis werden Gruppen gewürdigt, die sich in besonderem Maße um die Alte Hansestadt Lemgo verdient gemacht haben. Namensgeber ist der Lemgoer Adolf Sternheim, der trotz seiner Deportation und seines Leidens in der Schoah nach Lemgo zurückkehrte und vielfältig engagierte. Adolf Sternheim war unter anderem Gründungsmitglied und Vorsitzender der Lemgoer Ortsgruppe des DRK. Gastgeber Pastor Matthias Altevogt begrüßte die Preisträger im Gemeindehaus und lobte, dass sich beide um Menschen kümmern, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Keine einfache Entscheidung

Die Jury hatte es dank einer Vielzahl von Vorschlägen nicht einfach, die beiden Preisträger auszuwählen, verriet der Bürgermeister. Der Soziale Mittagstisch hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen eine warme Mahlzeit zu schenken, die eher an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind. Die hauptsächlich aus Spenden finanzierte Initiative ist integrativ und bietet den Besucherinnen und Besuchern Hilfe zur Selbsthilfe. Aber die Ehrenamtlichen bieten ihren Gästen noch mehr: An liebevoll dekorierten Tischen wie in einem Restaurant bewirtet zu werden, das ist eine Wertschätzung, die sie sonst kaum erfahren. Außerdem sei dieses wöchentliche Treffen für viele der einzige soziale Kontakt, erzählte Heike Busse in ihrer Dankesrede.
Die ausgezeichneten Freiwilligen des DRK waren in besonderem Maße in der diesjährigen Flüchtlingswelle im Einsatz. Innerhalb kürzester Zeit sorgten sie für den Aufbau von Notunterkünften, unterstützten bei der Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Geflüchteten und übernahmen weitere Aufgaben von Einkäufen bis hin zur Beförderung. Da die Ehrenamtlichen damit das direkte Erbe des früheren Lemgoer DRK-Vorsitzenden Adolf Sternheims weitertragen, passte der Preis in diesem Fall ganz besonders, wie Ferdinand Josef Aßmuth, Vizepräsident des DRK-Kreisverbands Lippe, in seiner Laudatio betonte. Markus Schulz vom DRK stellte in seiner Dankesrede fest, dass es für die Helfer selbst meistens ganz selbstverständlich sei, sich einzusetzen. So eine Veranstaltung mache erst bewusst, dass es eben doch etwas Besonderes ist. Die Preisträger durften sich über das von der Sparkasse Lemgo gestiftete Preisgeld in Höhe von je 750 Euro freuen. Die Veranstaltung wurde von dem Blockflötenensemble der Musikschule Lemgo musikalisch umrahmt.