Austellung: Die “Judensau” vom Sockel gestoßen

Eine der Illustrationen von Andi Wolff.

Lemgo. Mit der sogenannten “Judensau”-Skulptur hat die St. Marien-Kirche ein prominentes, aber höchst problematisches “Denkmal”. Eine in Stein gemeißelte Beleidigung von Jüdinnen und Juden.
Die Sandsteinskulptur aus der Bauzeit der Kirche (um 1310) ist eine Darstellung, die einen knienden Mann zeigt, der ein Schwein oder Ferkel an sich drückt. Er ist durch den Spitzhut als Jude gekennzeichnet.
Der Lemgoer Illustrator Andi Wolff hat sie nun “vom Sockel gestoßen”. Seine Karikaturen sind seit letzen Sonntag in der Kirche zu sehen. Die Ausstellung soll in der Passionszeit zur Besinnung und Umkehr aufrufen. Sie ist bis zum 16. April von täglich 8-16 Uhr in der Offenen Kirche zu sehen.
Ein Arbeitskreis Antisemitismus hat den Anstoß dazu gegeben. Darin sind die Kirchengemeinde mit Pfarrer Matthias Altevogt, der Leiter der Städtischen Museen Fabian Schröder, eine der Vorsitzenden der Lippischen christlich-jüdische Gesellschaft Bettina Hanke-Postma, die Stadtführerin Liesel Kochsiek-Jakobfeuerborn und Gemeindemitglieder vertreten. Der Arbeitskreis hat weitere lokale Künstler, Schulklassen und Kunstkurse gebeten, sich mit der “Judensau” künstlerisch auseinanderzusetzen. Damit die Skandal-Skultur als Mahnmal dauerhaft zu einem menschenwürdigen Miteinander in der Stadt beiträgt.