Am Mittwoch hat Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake besucht.

Lemgo. Hoher Besuch im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake: Am Mittwoch hat sich Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, ganz bewusst Zeit genommen, um sich ein besonderes und von ihrem Ministerium gefördertes Projekt einmal genauer anzusehen. „Gesichter der Weserrenaissance“ ist der Titel des drei Jahre währenden Vorhabens, das mit 750.000 Euro unterstützt wird und sich inzwischen auf der Zielgeraden befindet.
„Erklärtes Ziel war, ist und bleibt es, die Weserrenaissance als Marke zu etablieren, für Einheimische und Touristen noch attraktiver in Szene zu setzen und gerade auch für Kinder erlebbar zu machen“, betont Dr. Albert Hüser, Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes.
Wie das gelungen ist, haben der Lippische Heimatbund als Projektträger sowie die drei Kooperationspartner in Form des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, des Kulturkreises der Weserrenaissance und der Stiftung Eben-Ezer nun im Beisein der Ministerin der Öffentlichkeit präsentiert.

Kultur und Heimat gehören untrennbar zusammen

Zur Bedeutung des Projekts erläutert Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Kultur und Heimat – sie gehören untrennbar zusammen. Das Projekt „Gesichter der Weserrenaissance“ zeigt auf beeindruckende Weise, wie kulturelle Schätze der Region auf zeitgemäße Weise erlebbar gemacht werden können. Hier trifft Tradition auf Moderne. Die neue Perspektive auf die Geschichte des Weserraums bietet die Chance, ein breites Publikum zu erreichen. Sie gibt der Heimat ein unverwechselbares Gesicht, das Menschen Halt bietet und die Gemeinschaft stärkt.“
Besonders gelungen findet die Ministerin den attraktiven Imagefilm, der zehn regionale Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise Schloss Brake, Schloss Barntrup, Schloss Wendlinghausen, Schloss Neuhaus und das Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo charmant in Szene setzt. Innerhalb von nur drei Minuten weckt der kurzweilige Film große Lust, die vielseitigen Orte der Weserrenaissance einmal persönlich zu besuchen. Zu sehen ist der Film ab sofort auf der Homepage des Lippischen Heimatbundes. Auch in den Sozialen Medien, auf der im Aufbau befindlichen Projekt-Homepage und vor Ort im Weserrenaissance-Museum wird er veröffentlicht – dank der Unterstützung der Stiftung Eben-Ezer auch in leichter Sprache!
Ergänzend zum Imagefilm sind zehn aufwändig gedrehte Historienfilme entstanden, die interessante Persönlichkeiten der Weserrenaissance und ihre Geschichte(n) lebendig machen. Storytelling heißt das Zauberwort. Der Clou an der Sache: Alle dargestellten Personen waren auf irgendeine Art und Weise miteinander verbunden. Networking gab es eben auch vor gut 400 Jahren schon.
Dreh- und Angelpunkt ist dabei Graf Simon VI., der seinerzeit auf Schloss Brake lebte und regierte. Er pflegte zahlreiche Verbindungen zu anderen Personen der damaligen Zeit. Eineinhalb Jahre hat die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Hilker vom Weserrenaissance-Museum Schloss Brake an diesen und vielen weiteren Geschichten gearbeitet und sie schließlich zu Papier gebracht. Erschienen ist in Ergänzung zu den Filmen eine 30 Seiten starke Broschüre, und zwar in der Reihe „Lippische Kulturlandschaften“. Während sich die Forschung bislang auf standesgemäße Verbindungen konzentrierte, blieben nicht offensichtliche Kontakte – wie die mit örtlichen Apothekern, Scharfrichtern, Tuchhändlern oder Weserschiffern – unberücksichtigt.
„Bei allen Geschichten und Gesichtern zeigte sich nach und nach, dass das Ende der einen Geschichte nur der Anfang einer anderen war“, sagt Dr. Susanne Hilker. Es entpuppte sich ein Netzwerk, das sich nicht nur auf die ausgewählten Orte beschränken lässt. Denn die Weserrenaissance ist eine überregionale Kulturepoche, an der sieben heutige Bundesländer Anteil haben. Aber dank des Projekts „Gesichter der Weserrenaissance“ ist der Anfang gemacht. Weitere interessante Gesichter und Geschichten gilt es noch zu entdecken.

Ergebnisse sind auf einer Projekthomepage zu finden

Die bisherigen Ergebnisse sind allesamt auf einer eigenen Projekthomepage inkl. eines „virtuellen Museums“, museumspädagogischen Angeboten und den Forschungsergebnissen des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake aus den vergangenen 30 Jahren zu finden, und zwar spätestens bis Ende des Jahres .
Auf der Internetseite gibt es auch touristische Angebote, die zusammen mit dem Teutoburger Wald Tourismus vermarktet und jetzt schon von Busreiseveranstaltern gern gebucht werden. „Schick und schön“, „Schein und Sein“ und „Mächtig und prächtig“ heißen die Tagestouren, die den Besuch mehrerer Weserrenaissance-Gebäude geschickt miteinander verbinden. „Gemeinsam ist man stark“, weiß auch Joachim von Reden, Inhaber von Schloss Wendlinghausen und Vorsitzender des Kulturkreises der Weserrenaissance. Auch nach außen hin wird an den Gebäuden sichtbar, dass sie zum Netzwerk „Gesichter der Weserrenaissance“ gehören. Plaketten, Stelen oder „sprechende“ Mitmachstationen in Form von Kugeln, Säulen oder Bänken verraten mehr über das jeweilige Bauwerk.
Vor allem Kinder sollen sich dem Thema Weserrenaissance ganz spielerisch nähern können. Daher hat das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake bei Pia und Nino von der mehrfach ausgezeichneten Kinderband ein zum Thema passendes interaktives Hörspiel zum Mitrocken in Auftrag gegeben. Die Ministerin Ina Scharrenbach konnte sich dank einer Kostprobe von der Qualität der Aufführung überzeugen. Premiere ist am heutigen Donnerstag – dann wird das Stück in voller Länger vor ausverkauften Hause gezeigt. Künftig soll das Werk einen festen Platz im Veranstaltungsprogramm des Museums bekommen.
Darüber hinaus laden die Projektpartner am Sonntag, 19. Juni 2022, von 13 bis 18 Uhr zu einem „Tag der Weserrenaissance“ in Form eines Familienfestes auf Schloss Brake ein. Freu-en kann man sich auf Kanufahren auf der Gräfte, Verkleiden mit historischen Kostümen, Dromedar-Rodeo, Airbrush-Tattoos mit Weserrenaissance-Motiven, Ritter-Hüpfburg, Graf
Simon VI. und seine Familie als Walking Acts, Musik und Tanz, Märchen und kostenlose Führungen durchs Museum.
Innerhalb der Dauerausstellung wird es künftig ein so genanntes Studiolo geben, ein Studierzimmer mit großem Tisch, verschiedenen Tablets und vielfältigen Möglichkeiten, sich mit dem Thema Weserrenaissance vertraut zu machen, und zwar mit allen Sinnen – sowohl analog als auch digital.
Das Projekt geht noch bis Ende 2022. Bis dahin sind alle geplanten Maßnahmen umgesetzt.