Land unter: Die Regenstorstraße war unpassierbar. (Foto: Alte Hansestadt Lemgo)

Hochwasserschutzmaßnahmen haben sich bewährt –

Lemgo. Tief „Axel“ hat mit Starkregen und Hagelschlag die Freiwillige Feuerwehr Lemgo auf Trab gehalten. 64 Einsätze in Lemgo waren bis zum Dienstagmittag zu verzeichnen. Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume und überflutete Straßen warteten auf die über 80 Einsatzkräfte. Parkplätze und der Campingplatz mussten teilweise geräumt werden und auch eine Schafherde geriet in Not. Vier mal rückten die Retter zur überörtlichen Hilfe in andere Kommunen aus. Auch die Städtischen Betriebe Lemgo waren im Stadtgebiet unterwegs.

Am Dienstagmorgen kam der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Reiner Austermann zusammen und machte sich auch vor Ort an diversen Einsatzstellen ein Bild der Lage. Der Bürgermeister zeigte sich dankbar und beeindruckt von dem Einsatz der erfahrenen Rettern: „Die Kräfte der Feuerwehr haben mit großem Engagement und großer Erfahrung beeindruckende Arbeit geleistet und Schlimmeres verhindert. Ihnen allen gilt mein Dank, ebenso auch den Kolleginnen und Kollegen von den Städtischen Betrieben Lemgo, die seit dem frühen Morgen ebenfalls unterwegs sind.“ Die umfassenden Hochwasserschutzmaßnahmen der letzten Jahre hätten sich bewährt. Ohne Gewässerausbau wäre das Wasser wahrscheinlich auch in die Innenstadt gelaufen.

In jedem der Lemgoer Ortsteile hatte die Freiwillige Feuerwehr Lemgo Einsätze. Der Campingplatz an der Bega musste teilweise geräumt werden. 15 Camper, die beim Abbau ihrer Stellplätze durchnässt worden waren, wurden vor ihrer Abreise vom Deutschen Roten Kreuz verpflegt und betreut. Die Parkplätze am Amtsgericht und auf dem Regenstorplatz drohten, teilweise zu überschwemmen. Autofahrer, die ihre Fahrzeuge dort abgestellt hatten, wurden vorsichtshalber gebeten, ihre Wagen um zuparken. Die Lage auf den Parkplätzen konnte entschärft werden, so wurden beispielsweise auf dem Regenstorplatz die Gullydeckel entfernt, um das Wasser schneller abzuleiten. Auf den Braker Wiesen wurde eine Schafherde von den Wassermassen überrascht. Eine Tauchergruppe der Feuerwehr rückte mit Spezialausrüstung an und konnte acht Tiere aus der Senke retten. Der Großteil der Herde überlebte wohl leider nicht.

Aufgrund der Vielzahl der Notrufe mussten die Helfer die Einsätze priorisieren. Wenn in Kellern von Anwohnern nur so wenig Wasser stand, dass keine Pumpen eingesetzt werden konnten, hatte die Feuerwehr nicht die Möglichkeit, zu helfen. Überörtliche Hilfe leistete die Wehr in Dörentrup, wo bei einem Dachstuhlbrand der Lemgoer Leiterwagen zum Einsatz kam. Nach Blomberg wurden Sandsäcke geliefert und eine Lemgoer Löschgruppe unterstützte die dortigen Einsatzkräfte bis zum Dienstagmorgen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Städtischen Betriebe Lemgo waren mit Radlader, Schaufel und Spülwagen unterwegs. Damit beseitigten sie Schlamm, befreiten Straßen von umgestürzten Bäumen und spülten Kanäle frei. Einige Straßen mussten vorübergehend gesperrt werden.

Die bisherige Bilanz von Stadt und Feuerwehr ist positiv. Große Schäden konnten vermieden werden und Einsatzkräfte wurden auch nicht verletzt. Die Pegelstände sollen Laut Prognosen weiter fallen und die Lage sich somit entspannen.

 

Die Feuerwehr rettet Schafe von ihrer Weide in den Braker Wiesen. (Foto: Freiwillige Feuerwehr Lemgo)